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Forscher erörtern Sarrazins Thesen "Deutschland schafft sich ab" ignoriert zentrale Studien


Reality-Check für Thilo Sarrazin: Eine Forschungsgruppe der Berliner Humboldt-Universität hat dessen umstrittene Thesen zur Integrationsfähigkeit muslimischer Zuwanderer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Sarrazins Daten seien veraltet, seine Schlüsse nicht haltbar.

Sozialforscher der Berliner Humboldt-Universität haben die umstrittenen Thesen Thilo Sarrazins zur Ausländerintegration unter die Lupe genommen. Das Endergebnis fällt wenig schmeichelhaft aus für Sarrazins Buch, das sich schon seit geraumer Zeit an der Spitze der Bestsellerlisten hält. Die Wissenschaftler werfen dem früheren Bundesbank-Vorstandsmitglied vor, wichtige Studien nicht berücksichtigt zu haben und teilweise nur Zustände der Vergangenheit zu beschreiben.

"Er ignoriert einfach Studien, die für Wissenschaftler und Fachleute von zentralem Gewicht sind - das ist doch verwunderlich, wenn man den Anspruch erhebt, wissenschaftlich schreiben zu wollen", sagte die Politikwissenschaftlerin Naika Foroutan.

Unter anderem vertritt Sarrazin die These, dass es bei muslimischen Zuwanderern über die Generationenfolge hinweg keine positive Entwicklung zu einer höheren Bildung gibt. Foroutan widerspricht dem vehement: "Die Bildungsentwicklung ist einfach offenkundig." Angehörigen der nächsten Generation verließen deutlich häufiger als ihre Elterngeneration das deutsche Schulsystem mit einem Schulabschluss.

DPA DPA

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