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Frankreich Burka unter Strafe verboten


Als erstes westliches Land führt Frankreich ein Vollschleier-Verbot ein. Muslimische Frauen, die das Gesicht in der Öffentlichkeit verhüllen, werden bestraft. Allerdings tragen nur 2000 der 65 Millionen Franzosen den Vollschleier.

Von diesem Montag an ist in Frankreich als erstem westlichen Land das Tragen muslimischer Vollschleier in der Öffentlichkeit bei Strafe verboten. Nach Angaben des Innenministeriums verbergen allerdings kaum mehr als 2000 der 65 Millionen Franzosen ihr Gesicht hinter Kleidungsstücken, die nur schmale Sehschlitze für die Augen offen lassen (Nikab) oder diese sogar noch mit einem Gitterschleier verdecken (Burka).

Die meisten Politiker sehen Vollschleier als Symbol der Unterdrückung von Frauen und als Zeichen eines fundamentalistischen Islams. Bei der Abstimmung über das Verbot im Senat votierte nur ein einziger Abgeordneter dagegen. Für Verstöße gegen das als Vermummungsverbot formulierte Gesetz ist eine Strafe von 150 Euro vorgesehen. Zusätzlich oder alternativ dazu kann den Frauen ein Kurs in Staatsbürgerkunde auferlegt werden.

Männer, denen nachgewiesen werden kann, Frauen zum Tragen eines solchen Schleiers zu zwingen, sollen mit bis zu einem Jahr Haft und einer Geldstrafe von 30 000 Euro büßen. Sind die Genötigten minderjährig, kann der Richter sogar zwei Jahre Haft und 60 000 Euro Strafe verhängen. Das Gesetz solle vor allem Frauen und ihre Rechte schützen.

DPA DPA

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