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Frauen in der Werbung: Wie Lufthansa im Mario-Barth-Stil Frauen vergrätzt

Nun reiht sich auch noch die Lufthansa ein in die ganz alltägliche Erniedrigung der Frau in der Werbung. Wenn Sexismus zum PR-Stunt wird.

Von Sophie Albers

So mühsam wie das Eichhörnchen nährt sich auch die deutsche Frau, wenn es darum geht, der deutschen Gesellschaft die sexistischen Klischees auszutreiben. Und die scheinen auch im 21. Jahrhundert so betonfest im kollektiven Hirn verankert, dass immer wieder auch Unternehmen - und seien sie noch so seriös und groß - sie bedienen.

Den jüngsten Rückfall in den Mario-Barth-Humor - der Komiker war übrigens Flugbegleiter beim Lufthansa-Konkurrenten Air Berlin - bietet niemand Geringeres als die Lufthansa. Europas größte Fluglinie hat in einer Bonuskartenaktion klar gemacht, was sie von Frauen hält. In einem Brief an männliche "Miles & More"-Kunden fordert eine fiktive Frau, die aus nichts als dem Abdruck roter Kusslippen besteht, den "lieben Schatz" unterwürfigst dazu auf, sie für eine Partnerkarte anzumelden. "Ich werde damit sogar auf exklusive Events eingeladen und nehme an tollen Überraschungsaktionen teil. Und das Beste: Ich bekommen ein 2-Jahres-Zeitschriftenabo der VOGUE, myself und Architectural Digest geschenkt! Du weißt doch, wie gerne ich in solchen Magazinen stöbere…" Der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch hat den Brief und seinen 50er-Jahre-Duktus auf seiner Website kleinteilig durchanalysiert.

Aktion fast gestoppt

Nachdem frau die Bröckchen, die ihr angesichts dieser Arroganz und Dummheit hochgestiegen sind, wieder runtergeschluckt hat - darin hat sie ja Übung -, muss sie doch zur Kloschüssel rennen, als das "Bekennerschreiben" über die sozialen Netzwerke kommt: Die Aktion habe zu "Irritationen" geführt, schreibt Lufthansa: "Es war zu keiner Zeit unsere Absicht, überholte Rollenbilder zu bedienen oder Teilnehmer von dem Programm auszuschließen. Wir entschuldigen uns bei allen Kunden, bei denen dieser Eindruck entstanden ist!" Warum fällt Ihnen das erst hinterher auf, möchte frau schreien. Man habe alle begleitenden Maßnahmen zum Kundenmailing gestoppt, heißt es weiter.

Natürlich stimmt das nur halb, denn die Website fürs "Women's Special" besteht natürlich weiterhin. Lufthansa wäre ja mit dem Klammerbeutel gepudert - um diesen 50er-Jahre-kompatiblen Spruch anzubringen -, wenn sie sich die Früchte dieses PR-Stunts entgehen lassen würde.

"Es ist unschön"

Denn funktioniert hat er ja bestens. Die Aktion wird wild diskutiert -, und die Deutschen sparen bekanntermaßen gern. "Ein bisschen provokativ und aufmerksamkeitswirkend" sollte es sein, heißt es aus der Lufthansa-Pressestelle auf Nachfrage von stern.de. Nur die Wucht der Wirkung hat die Zuständigen etwas überrannt: "Es ist unschön. Wir haben ein Stück weit danebengelegen."

Dass Lufthansa so schnell Stellung bezogen hat, ist beruhigend. Doch massive Änderungen wird der kurze Empörungssturm im Netz nicht nach sich ziehen. "Natürlich sensibilisieren solche Aktionen", so ein Pressesprecher. "Aber wir werden unser Auswahlverfahren nicht grundsätzlich ändern. In 99 Prozent der Fälle machen wir es ja richtig."

Und der Rest der Werbewelt? Geben Sie in der Google-Bild-Suche einfach mal den Begriff "Sexistische Werbung" ein.

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.