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Freie Schulen: Lernen ohne Regeln

Keine Pausenklingel, kein Frontalunterricht, keine Noten: Freie Schulen haben fast nichts mit dem Pauken an staatlichen Schulen zu tun. Die Kinder dürfen lernen, was und wann sie wollen. So auch in der Montessori-Schule in Berlin Köpenick. Lehrer sind hier "Begleiter" - und den Schülern tut es scheinbar gut.

Von Marcus Müller

Zwei Zwölfjährige liegen auf einem runden, blauen Teppich und klicken sich auf einem Laptop durchs Internet. Sie informieren sich über Affen. Im Garten sägen einige Kinder an dicken Holzbalken herum, zwei andere Jungs proben unter dem Dach Schlagzeug und E-Bass. Alltag in der Freien Montessori-Schule in Berlin-Köpenick. In Schulbänken zu sitzen und dem ganzen Tag einem Lehrer zuzuhören - das kann sich hier niemand vorstellen.

"Müsst ihr nicht in den Englisch-Unterricht?" Hannah und Emma lächeln über diese Frage nur. "Nö", sagen die beiden 12-Jährigen flott wie aus einem Mund. "Da gehen wir später hin", sagt Hannah. Die beiden wollen jetzt lieber ihrem Gast die Schule zeigen. Im ganzen Haus öffnen Hannah und Emma die Türen, schauen kurz in die Zimmer hinein, drinnen schimpft darüber niemand.

Ein paar Schüler haben ihre Klassenräume an diesem Morgen noch gar nicht richtig betreten, sondern sind gleich im Garten geblieben. Schon früh haben einige ältere Jungs angefangen, an schweren Holzbalken herumzusägen und zu hämmern. Sie wollen einen Pavillon errichten. Zu ihnen hat sich auch der sechsjährige Julius gesellt, um zu helfen. Denn er weiß schon jetzt: "Ich will Tischler werden."

Rythmus selbst bestimmen

Wenn ein Kind so klare Vorstellungen von dem hat, was es im Augenblick und sogar schon in der Zukunft machen will, warum soll man es dann zum Rechnen zwingen? Nur weil Mathematik gerade auf dem Stundenplan steht? Wie an anderen so genannten Freien Schulen heißt die Antwort auf diese Frage an der Freien Montessori-Schule "nein".

Ab acht Uhr kommen die derzeit 222 Kinder im Alter von zwei bis 16 Jahren in der Einrichtung an, die nach den Lehren der italienischen Ärztin Maria Montessori betriebenen wird. Schon dabei fällt auf: Die Schulkinder tragen keine Ranzen oder Taschen. Alle Unterrichtsmaterialien sind in der Schule. Sie stehen und liegen in hellen Holzregalen in den Klassenzimmern. Sie sollen alles im Wortsinne begreifbar machen und so gibt es etwa kleine Plus- und Minus-Zeichen in einem Schächtelchen zum Mathe-Lernen oder für die Erdkunde große Landkarten, in die Fähnchen mit Städtenamen gesteckt werden können.

Die Lehrer wollen Begleiter sein, keine Lehrenden

Außerdem ist die Köpenicker Montessori-Schule eine Gesamt- und Ganztagsschule mit Kinderhaus für Kleinkinder, Grundschule und Oberstufe bis zur zehnten Klasse. In zwei Jahren sollen die Schüler auch Abitur machen können. Bisher geht es bis zum Realschulabschluss.

Ziel der Montessori-Pädagogik ist es, den Kindern selbst bestimmtes Lernen zu ermöglichen. "Ich möchte dabei ein Begleiter sein, kein Lehrender", erklärt Uwe Reyher. Früher war er Deutsch- und Kunstlehrer an einer staatlichen Schule. "Ich habe irgendwann gemerkt, dass Lernen im 45-Minuten-Takt nicht funktioniert", sagt Reyher, der sich wie seine Montessori-Kollegen nicht mehr Lehrer nennt. Das, sagt er, klinge zu sehr nach Belehren.

Auch seine Kollegin Johanna Fehrer, die staatlich ausgebildete Erzieherin ist, nennt sich Pädagogin. Beide werden, wie alle Erwachsenen an der seit 2004 bestehenden Schule, von den Schülern geduzt. Die beiden Pädagogen betreuen die "Tigeraugen"-Lerngruppe, die sich selbst so genannt hat, und zu der auch Hannah und Emma gehören. Die Gruppe umfasst die Klassen vier bis sechs, die gut 20 Kinder sind neun bis 12 Jahre alt.

Das gemischte Alter ist gewollt, damit sich die Kinder gegenseitig helfen können, eine kleine Gemeinschaft bilden. An diesem Morgen zerfallen die "Tigeraugen" aber erst einmal in viele kleine Grüppchen. Denn bevor es mittags zum Englisch-, Französisch- oder Spanischkurs geht, ist Freies Arbeiten angesagt. Das heißt: Jeder Schüler beschäftigt sich mit dem Thema, das ihn gerade interessiert.

Der Lehrer kniet auf dem Teppich

Reyher hat sich auf den Teppich gekniet und lässt sich von einer Schülerin das Dividieren erklären. In den im Raum verteilten Sitzecken – Stuhlreihen gibt es nicht – hocken kleine Grüppchen zusammen. Manchmal kommt ein anderes Kind vorbei und fragt, ob es helfen kann. Oder es schaut auf die Aufgabe und geht gelangweilt wieder weg. Ein leises Gemurmel erfüllt den Raum – denn eine der wenigen Regeln der Montessori-Schule lautet, andere beim Lernen nicht zu stören und deren Freiheit zu respektieren.

Im Nebenraum der "Tigeraugen"-Klasse haben sich zur gleichen Zeit neun Jungs um einen Tisch versammelt und schauen sich Strom-Messgeräte an. Unter ihnen sitzt Hansjoachim Lechner, ein emiritierter Physik-Professor der Humboldt-Universität. Seine Enkelin war früher an der Schule, jetzt erklärt der 70-Jährige als Experte sein Fachgebiet.

Auch die Eltern werden besonders gefordert. Drei Stunden müssen sie im Monat mit anpacken oder nachmittags zu Kursen als Experten auftreten. Auch wenn die Schule inzwischen finanziell vom Berliner Senat gefördert wird, müssen die Eltern für die besondere Ausbildung ihrer Kinder zahlen. Zwischen 150 und 250 Euro kostet das, die Aufnahmegebühr beträgt 500 Euro.

Der Andrang an die Schule ist enorm

Trotzdem, betont Pädagoge Reyher, sei die Schule nicht nur für Kinder mit reichen Eltern, da die Kosten auch vom Sozialamt übernommen werden müssten. Es gebe Schüler, die in Brandenburg auf einem Schloss wohnten und welche, die sich mit ihren zwei Geschwistern ein Kinderzimmer teilten. Der Andrang an die Schule ist trotz der Kosten enorm.

Entgegen der landläufigen Vorstellung seien auch die Leistungen und der Bildungsstand der Montessori-Schüler im Vergleich zu anderen Schülern nicht schlechter, betonen die Pädagogen, weil die Kinder lernen würden, selbst zu lernen.

Hannah und Emma werden voraussichtlich auch ihr Abitur an der Montessori-Schule machen können. Und sie sind froh darüber. "Man hört irgendwann einfach nicht mehr zu", sagt Hannah über einen Probetag, den sie kürzlich an einem staatlichen Gymnasium gemacht hat. "Der Lehrer quatscht irgendwas, aber mich hat das nicht interessiert, weil ich das schon kannte."

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Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg