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Texas: Weil seine Frisur gegen die Kleiderordnung der Schule verstieß, zückte eine Lehrerin den Edding

Weil sein Haarschnitt offenbar nicht der Kleiderordnung seiner Schule entsprach, stellte eine Lehrerin einen 13-Jährigen vor die Wahl: Disziplinarmaßnahmen oder Übermalen der rasierten Stellen. Nun stehen sie und ihr Direktor vor Gericht.

In der kurzrasierten Frisur eines Jungen sind Filzstiftreste zu sehen

Die ausrasierte Form auf dem Kopf des 13-jährigen Juelz wurde mit Filzstift übermalt

Es geschah bereits im April, nachdem der 13-jährige Juelz Trice mit einem frischen Haarschnitt in die Schule gekommen war. Seine Lehrerin monierte seine Frisur und sagte, sie entspreche nicht der Kleiderordnung der Schule. Nachdem Jeannette Peterson den Jungen mehrfach darauf hingewiesen hatte, stellte sie den Siebtklässler vor die Wahl: Entweder würden Disziplinarmaßnahmen gegen ihn ergriffen oder er erlaube, die ausrasierten Linien auf seinem Kopf mit einem Filzstift zu übermalen. Der eingeschüchterte Junge entschied sich für die zweite Möglichkeit. Als er nach der Schule von seiner Mutter mit dem Auto abgeholt wurde und ihr von dem Vorfall erzählte, war sie aufrichtig empört. Zu Hause reagierte der Vater ebenso.

Die Eltern und ihr Anwalt versuchten vergeblich, den Vorfall außergerichtlich zu klären. Am vergangenen Sonntag ging der Fall nun vor Gericht: Die Eltern wollen ein sofortiges Verfahren für eine Fortbildung und eine Entschädigung. Sie klagen gegen Tony Barcelona, Direktor an der Berry Miller Junior High in Pearland, Texas, eine Schulsekretärin, die Lehrerin Jeanette Peterson und den Pearland Independent School District.

“Juelz Trice, 13, said that his only two options were to have the carved haircut filled in or face suspension.”

Gepostet von Nelson Beats The Odds am Dienstag, 30. April 2019

"Nicht die richtige Maßnahme für eine Verfehlung"

Jeanette Peterson war bereits direkt nach dem Vorfall im April beurlaubt worden. Juelz' Eltern beklagten, sie seien nicht informiert worden und hätten von nichts gewusst, bis ihr Sohn ihnen nach der Schule davon erzählte. "Ich war sehr bestürzt, dass ich erst davon hörte, als er aus dem Bus kam, ins Auto stieg und sagte: 'Guck mal, was sie mit meinem Kopf gemacht haben'", sagte die Mutter, Angela Washington, dem Sender KTRK.

Der Pearland Independent School District veröffentlichte ein Schreiben, dass diese Praxis von der Gemeinde nicht geduldet würde und nicht den richtigen Maßnahmen für Verfehlungen gegen die Kleiderordnung entspreche. Die Kleiderordnung besagt, dass das Haar sauber und gepflegt sein soll. "Extreme Frisuren wie Rasuren, Irokenschnitte, Stacheln etc. sind nicht erlaubt", heißt es weiter. Was die Schulordnung jedoch nicht enthält, ist eine Anweisung, was im Falle der Zuwiderhandlung zu tun sei.

Bloßstellung und Gefährdung des Jungen

Juelz' Vater Dante Trice kritisiert zudem, dass er neben der Bloßstellung seines Sohnes auch ein medizinisches Risiko sehe. Die Poren seiner Kopfhaut "waren weit geöffnet, weil er seinen Haarschnitt erst einen Tag zuvor bekommen hat", erklärt er. Das Übermalen mit einem chemiehaltigen Stift sieht als Gefährdung.

Trotz der Demütigung geht Juelz wieder zur Schule. Jeanette Peterson habe angerufen, um ihre Seite der Geschichte darzulegen. "Sie haben sich entschuldigt, aber es ist eben passiert", sagt Juelz Mutter. "Als Erwachsener sollte man einschätzen können, dass das nicht der richtige Weg ist, mit der Situation umzugehen."

Quellen: "ABC7chicago.com", "CBSaustin"

bal