HOME

Früherer Bischof von Limburg: Tebartz soll im Januar neuen Luxus-BMW bestellt haben

Der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst soll sich noch im Januar einen BMW bestellt haben - da war der wegen Verschwendung kritisierte Kirchenmann schon von seinem Amt beurlaubt.

Der frühere Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst soll sich noch im Januar dieses Jahres einen neuen Dienstwagen bestellt haben

Der frühere Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst soll sich noch im Januar dieses Jahres einen neuen Dienstwagen bestellt haben

Am Freitag sah es noch ganz nach Einsicht aus: Kurz nach seinem vom Papst erzwungenen Rücktritt räumte der ehemalige Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst Fehler ein und bat um Vergebung: "Mit dem Wissen von heute erkenne ich, dass ich Fehler gemacht habe. Auch wenn sie niemals aus Absicht entstanden, haben sie Vertrauen zerstört", sagte er. Tebartz-van Elst trägt laut einem Prüfbericht die Verantwortung für die Kostenexplosion beim Um- und Neubau seines Amtssitzes auf rund 31 Millionen Euro. Limburg muss sich einen neuen Bischof suchen.

Jetzt gerät der einstige Hoffnungsträger des Bistums erneut in die Schlagzeilen: Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, wurde für den Kirchenmann ein neuer Dienstwagen bestellt, als dieser schon seit zwei Monaten vom Papst mit einer Auszeit belegt und damit von der Bistumsleitung entbunden war. Bei dem Fahrzeug, das im Mai geliefert werden soll, handele es sich um einen 5er-BMW mit Sonderausstattung der Oberklasse. Laut "Bild"-Zeitung ist der Wagen eine hochmotorisierte Version mit "exklusiver Vollausstattung". Ein Mitarbeiter von Tebartz-van Elst habe den neuen Dienstwagen bei der BMW Behörden Leasing AG in München bestellt. Das Geschäft soll über einen Vertragshändler in Wiesbaden abgewickelt worden sein.

Das Wunschauto des ehemaligen Bischofs: Ein 5er-BMW mit vielen Extras.

Das Wunschauto des ehemaligen Bischofs: Ein 5er-BMW mit vielen Extras.

Luxusgefährt aus dem Kloster bestellt

Der Ex-Bischof von Limburg macht seit Monaten wegen seiner hohen Geldausgaben Schlagzeilen. Im vergangenen Oktober hatte er dem Papst seinen Rücktritt angeboten, wurde jedoch zunächst beurlaubt und in ein Kloster in Niederbayern geschickt. Von dort soll er im Januar einen Mitarbeiter beauftragt haben, das Luxusgefährt zu bestellen - im Mai soll der Wagen ausgeliefert werden. "Nach Ansicht von Kirchenrechtlern" habe er nach seiner Beurlaubung nicht mehr die Vollmacht besessen, solche Aufträge zu erteilen und Verträge für das Bistum zu unterschreiben, so die "Bild".

Weder der damalige Generalvikar Wolfgang Rösch, der an Tebartz' Stelle das Bistum leitete, noch die Finanzverwaltung hätten von diesem Vorgang gewusst, zitierte der "Kölner Stadt-Anzeiger" einen Bistumssprecher. Erst durch die Medienanfrage hätten sie davon erfahren. Grundlage des Auftrags sei offenbar ein Leasingvertrag, der jährlich zu erneuern war. "Wir wissen aber bislang nicht exakt, welcher Vertrag der jüngsten Bestellung zugrunde lag und wer ihn unterschrieben hat", sagte der Sprecher dem Blatt.

Tebartz-van Elst soll neue Aufgabe erhalten

Der 54-jährige Tebartz hatte am Freitag in Rom ein kurzes Treffen mit dem Papst - zwei Tage, nachdem dieser Tebartz-van Elsts Amtsverzicht akzeptiert hatte. Zu gegebener Zeit soll der frühere Limburger Bischof mit einer neuen Aufgabe betraut werden, hatte der Heilige Stuhl mitgeteilt. Das Treffen mit dem Papst soll nur eine Viertelstunde gedauert haben.

amt mit DPA