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Fuck you, Lügenpresse!: Wie mich die Regierung tagtäglich kommandiert

Ich gestehe: Ich bin Journalist. Ich gestehe: Ich werde manipuliert. Ich gestehe: Ich hasse es. Über mein besch... Leben in der Lügenpresse.

Eine Glosse von Henry Lübberstedt

Lesen Sie hier, die einzig wahre Wahrheit über die "Lügenpresse"

Lesen Sie hier, die einzig wahre Wahrheit über die "Lügenpresse"

Himmel. Wie mich die täglichen Konferenzen nerven! Morgens, 6 Uhr, geht es los. Die Deutschland-Hymne wummert durch die Redaktion, dann klingelt das Telefon drei Mal - der tägliche Anruf der Bundespressestelle. Wir schalten wie üblich auf Lautsprecher, es ertönt die knarzende Stimme des Bundespressestellensprechers. Seinen Namen kennt niemand, seinen Blutgeruch jeder. Er gibt die Losung des Tages aus. Er sagt, was wir wie schreiben sollen und was nicht. Welche Themen existieren und welche nicht. Welche Personen auf die "Abschussliste" gesetzt werden müssen.

Die Anweisungen sind knapp, die Bundespressestelle ist im Stress, schließlich muss sie jeden Tag knapp 400 Zeitungsredaktionen im Land abtelefonieren, plus die Magazine. Und das ist nur Print. Da sind ja noch die News-Sites im Web und Fernsehen! Obwohl: TV ist öffentlich-rechtlich, also sozusagen die Bundespressestelle selbst. Die Privaten spielen nur als Sedativum eine Rolle, sie haben den Dauerauftrag, die Massen mit Soaps, Serien und Reality-Shows zu enthirnen. Radio hätte ich fast vergessen. Und nicht zuletzt die großen Agenturen DPA, Reuters und Co. Die Agenturen berichten auch aus dem Ausland, deswegen muss sich unsere Regierung täglich mit den anderen Regierungen abstimmen. Message Control. Eine scheiß Arbeit.

Alle im Lügen-Chor: Der Giovanni, die Ines, der Stefan und ich

Und dann die vielen Themen, die sich über den Tag entwickeln. Die Bundesregierung kann ja nicht alles vorhersehen! Der militärisch-industrielle Komplex, die Geheimdienste und die linken Gutmenschen steuern die Bundesregierung ja überraschend immer mal wieder um. Atomkraft hui, Atomkraft pfui, um nur mal ein Beispiel zu nennen. Heißt: Wir Redakteure müssen immer wieder in der Bundespressestelle anrufen und um Weisung bitten.

Lügen gelingt schließlich nur, wenn alle lügen, und alle das Gleiche lügen. Nicht auszumalen, wenn da einer aus der Reihe tanzt! Aber die Merkel hat das gut im Griff. Sie war ja mal Sekretärin für Agitation und Propaganda: gelernt ist gelernt. Inzwischen gibt es nicht eine einzige Publikation, die nicht unter "die Lügenpresse" fällt. Das ist ihr Erfolg. Tägliche, harte Arbeit. Man macht sich ja keine Vorstellung.

Die härteste Nuss: Die Medien am politischen Rand auf Lügenlinie zu bringen. Also, darum beneide ich "die da oben" wirklich nicht. "Taz" und "Junge Freiheit" müssen ja eben auch lügen, der eine von links, der andere von rechts. Ein täglicher Kampf - der früher gern mal handgreiflich ausgetragen wurde. Damals 2006, als sich ein junger Nationaler und ein Tazler vor dem Taz-Gebäude gegenseitig von der Treppe geschubst haben. Aber das ist Geschichte. Jetzt sind wie alle eins. Der Kai Diekmann, die Ines Pohl, der Giovanni di Lorenzo, der Stefan Niggemeier und ich.

Die Große Lüge - so arbeitet M.U.R.K.S.

Wie das geht? Mit Lügen-Logistik! Die Bundesregierung, die Geheimdienste und die linken Gutmenschen wissen ja seit den 68ern, dass man ein Gleichgewicht finden muss zwischen Lügen und Gegenlügen. Die Gegenlügen werden heute gleich mitgeliefert! One Lüge, all media! Die meisten Redaktionen haben dafür heute eigene Ressorts, anders ginge das ja auch gar nicht. Diese Ressorts sind zusammengefasst in der Task-Force "Medien und Redaktionen kontrollieren sich gegenSeitig" kurz – M.U.R.K.S. Und die arbeiten so: Die "Tagesschau" zum Beispiel zeigte den Marsch der Spitzenpolitiker für Charlie Hebdo nur als kleinen Ausschnitt. Es sah aus, als würden Merkel, Hollande und Netanjahu ein Millionenheer von Demonstranten anführen. Doch so war es gar nicht, die gingen allein spazieren. Das war eine Schraubendrehung zu viel. Nun hieß es gegensteuern. M.U.R.K.S weist in solchen Fällen einen Medienblogger an, sich in seinem Blog darüber zu empören. Die Öffentlich-Rechtlichen müssen derweil stillhalten, das ist wichtig. Nach dem M.U.R.K.S-Eskalationsmodus, Paragraph 4, Absatz 2, muss der "Spiegel" das Thema schließlich aufgreifen und sich ebenfalls empören. Presserat, Skandal, Lüge! Unerhört! Dann steigt der stern auf das Thema ein, große Farbe, die menschliche Seite und so weiter. Dann erst dürfen sich die Öffentlich-Rechtlichen entschuldigen. So geht das! Das ist M.U.R.K.S!

Jeden Tag neue Lügen ausdenken - das frisst Energie!

Jeden Tag neue Lügen ausdenken - das frisst Energie!

Schutzbrille empfohlen! Im Reinraum der Wahrheit

Dennoch: Diese tägliche Abstimmerei frisst Energie. Ich komme kaum dazu, mir für die Monatsplanung neue Lügen auszudenken. Für unseren Kunden Aldi ist uns glücklicherweise die Story über Antibiotika im Lidl-Putenfleisch eingefallen. Das lässt sich noch ein Weilchen auswalzen. Die in der Bundespressestelle sind ganz zufrieden. In den vergangenen Monaten diktierten sie uns ausschließlich außenpolitische Themen. Und was hatten wir da? Richtig, IS, Syrien, Ukraine, Türkei-Demos - man, das war stressig.

Es geht ja heute alles so schnell. Da passiert was in der Ukraine und dann muss die zentrale Lügenabteilung der Bundespressestelle erstmal einen Standpunkt finden. Wie Lügen wir denn da? Und vor allem gegen wen? Das Warum kommt erst später. Und wer lügt, muss ja auch die Wahrheit kennen. Sonst kann er nicht lügen. Die Wahrheit ist natürlich unter Verschluss! Sicherheitshalber. Schließlich ist sie so rein, dass sie jeden Widerspruch, jede Perspektive, die man zu ihr einnehmen könnte, überstrahlt. Sie ist absolut. Einmal würde ich gern in diesen Reinraum. Nur einmal.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.