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Polizei machtlos Achtjährige schwer verletzt - Gaffer behindern Rettungskräfte massiv


Nachdem eine Achtjährige in Molbergen vom Dach gefallen ist, wollen Rettungskräfte dem schwerverletzten Mädchen umgehend helfen - doch Gaffer stören, trotz massiver Polizeipräsenz, den Einsatz. 

Was für ein Albtraum! In Molbergen im Kreis Cloppenburg fällt ein achtjähriges Mädchen vom Dach des Elternhauses und verletzt sich schwer. Schnell sind die Rettungskräfte vor Ort, auch ein Hubschrauber landet ganz in der Nähe vom Unfallort. Doch statt umgehend Erste Hilfe leisten zu können, müssen sich die Rettungskräfte erst an unzähligen Gaffern vorbeikämpfen.

An die 100 Schaulustigen, so berichtet die Polizei, sollen sich auf der Straße versammelt haben, 30 bis 40 davon Grundschulkinder, die immer näher an den Hubschrauber gelangen wollten. Von der Polizei errichtete Straßensperren interessieren unzählige Anwohner kaum.

"Ich muss jetzt hier durch, ich fahre immer hier durch", "Ich will meiner Enkelin das nur mal zeigen" oder auch "Ich möchte nur ein Foto von dem Hubschrauber machen. Mein Mann würde sich darüber freuen!", lauten die Erklärungen vieler Passanten auf der Jagd nach einem Platz in der ersten Reihe laut Polizei.

Polizeiansagen werden einfach missachtet

Als die Rettungskräfte endlich bereit sind, das Mädchen in ein Krankenhaus nach Bremen zu fahren, missachtet ein Autofahrer die Ansagen der Polizei und verhindert so ein schnelles Durchkommen des Krankenwagens.

Was mit gesundem Menschenverstand nicht zu begreifen ist, entpuppt sich dank Smartphones als immer stärker auftretendes Problem: Regelmäßig halten Schaulustige lieber - auf der Jagd nach ein paar Klicks bei Youtube oder Facebook - die Kamera drauf, anstatt in Not Geratenen zu helfen. Ein geplanter Gesetzesentwurf von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius soll derartige Szenarien in Zukunft verhindern und das Fotografieren oder Filmen von Opfern zum Strafbestand erklären.

jka

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