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Gattin von Altkanzler Helmut Schmidt Loki Schmidt stirbt im Alter von 91


Vor wenigen Wochen hatte sie sich den Fuß gebrochen und wurde operiert; nun ist Loki Schmidt, Ehefrau von Altkanzler Helmut Schmidt, im Alter von 91 Jahren in Hamburg gestorben.

Loki Schmidt ist in der Nacht zum 21. Oktober in ihrem Haus im Hamburger Stadtteil Langenhorn gestorben. Das bestätigte das Büro von Helmut Schmidt bei der "Zeit". Angaben zu den näheren Umständen lagen bislang nicht vor. Die Ehefrau von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt wurde 91 Jahre alt.

Loki Schmidt war Ende September nach einem Fußbruch in ein Hamburger Krankenhaus eingeliefert worden und dort in der Unfallchirurgie operiert worden. Am Montag hatte Helmut Schmidt, der Herausgeber der "Zeit" ist, die Teilnahme an einer hochkarätig besetzten Konferenz der Wochenzeitung abgesagt. Als Grund wurde inoffiziell der Gesundheitszustand von Loki Schmidt genannt.

"Den hanseatischen Charakter verkörpert"

Hamburgs Erster Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) sagte: "Ich habe die Nachricht vom Tode unserer Ehrenbürgerin Loki Schmidt mit großer Trauer und Betroffenheit aufgenommen. Mit ihrem eindrucksvollen Wirken und ihrer Persönlichkeit hat sie die Menschen stets besonders beeindruckt: unaufgeregt, geradlinig, mit einem klaren Blick auf die Menschen und das Leben. So hat Loki Schmidt in unvergesslicher Weise den hanseatischen Charakter verkörpert."

Der Präsident der Hamburgischen Bürgerschaft Dr. Lutz Mohaupt sagte: "Ich bin sehr traurig. Loki Schmidt habe ich als eine offenherzige, starke Frau kennen- und schätzen gelernt. Sie ist uns allen so sehr ans Herz gewachsen, dass wir sie unendlich vermissen werden. In dieser schweren Stunde gilt mein Mitgefühl Helmut Schmidt, der nun allein zurückbleibt. Ich wünsche ihm, dass ihm und seiner gesamten Familie in diesem Augenblick viel Kraft geschenkt wird.“

Vor allem die letzten Jahre waren "regelrechte Schmidt- Festspiele", wie Spötter meinten. So wurden die Geburtstage der beiden immer mehr zu medialen Großereignissen und jeder ihrer öffentliche Auftritte ausführlich gewürdigt. Dabei ging es der alten Dame oft gar nicht gut. Wiederholt musste sie im Krankenhaus behandelt werden und öffentliche Termine absagen, weil sie sich zu schwach fühlte.

Geboren 1919 in Hamburg

Hannelore Schmidt wurde 1919 in Hamburg geboren und wuchs mit zwei Geschwistern als Tochter eines Betriebselektrikers in bescheidenen Verhältnissen im Stadtteil Barmbek auf. Schon mit zehn Jahren lernte sie Helmut Schmidt kennen, beide waren zusammen in einer Schulklasse. "Wir waren von Anfang an befreundet", schreibt Loki in ihren Memoiren über den Anfang ihrer langen und glücklichen Beziehung. Nach dem Abitur absolvierte sie ein pädagogisches Studium und wurde Lehrerin.

Zwei Jahre nach der Geburt von Tochter Susanne kam 1944 Sohn Helmut Walter zur Welt, der nach nur sieben Monaten auf tragische Weise starb. In ihren Memoiren berichtete die passionierte Raucherin auch von den vielen Fehlgeburten, die sie erlitten hat. Seit 1976 machte sich Loki Schmidt den Namen ihres Mannes zunutze, um für den Naturschutz "hausieren zu gehen". Sie mochte sich nicht mehr nur auf Schirmherrschaften als Kanzlergattin zurückziehen und rief die "Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen" ins Leben. Seit 1980 benannte sie im Namen der Stiftung die "Blume des Jahres". Für ihre öffentlichkeitswirksamen Verdienste um die Botanik wurde sie vielfach ausgezeichnet.

"Wir konnten immer gut miteinander reden"

Das Erfolgsrezept ihrer knapp sieben Jahrzehnte währenden Ehe mit Helmut Schmidt war für die Hamburger Ehrenbürgerin ganz einfach: "Wir konnten immer gut miteinander reden und auch zanken." Richtig gezankt, "dass die Fetzen flogen", hätten sie sich in ihren vielen Ehejahren aber nie. Auch hat sie ihr grenzenloser Optimismus trotz zahlreicher Krankenhaushalte in den vergangenen Jahren nie verlassen. Noch zuletzt, im Zusammenhang mit dem Erscheinen ihres Erinnerungsbuches "Auf dem roten Teppich und fest auf der Erde", hatte Loki Schmidt den großen Wunsch geäußert, den 70. Hochzeitstag mit ihrem Helmut im Juni 2012 noch erleben zu wollen. Dies blieb ihr nun verwehrt.

DPA/nik DPA

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