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Geburtenstatistik: Wann kommt das erste Kind?

Bekommen heutzutage mehr deutsche Frauen Kinder als früher? Und wie alt sind sie, wenn sie das erste Mal gebären? Am Dienstag hat das Statistische Bundesamt eine neue Studie vorgestellt: Im Schnitt sind Mütter im Vergleich zu den 60er Jahren beim ersten Kind drei Jahre älter.

Viele Frauen entscheiden sich gegen ein Kind: Der Anteil der kinderlosen Frauen ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen

Viele Frauen entscheiden sich gegen ein Kind: Der Anteil der kinderlosen Frauen ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen

Frauen in Deutschland bekommen ihr erstes Kind immer später. Im Durchschnitt werden sie erst mit 26 Jahren Mutter - drei Jahre später als noch in den 60er Jahren. Das geht aus einer Studie des Statistischen Bundesamts hervor, die in Berlin vorgestellt wurde. Der Anteil der kinderlosen Frauen ist danach in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Jede fünfte Frau zwischen 40 und 49 Jahre ist ohne Kind. Bei den zehn Jahre älteren Frauen liegt der Anteil dagegen nur bei 16 Prozent. In den alten Bundesländern ist die Kinderlosigkeit erheblich weiter verbreitet als in den neuen. Bei den Jahrgängen 1957 bis 1966 liegt sie im Westen mit 23 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im Osten.

Die Kinderlosigkeit steigt der Studie zufolge mit dem Bildungsstand. Unter den 40 bis 75 Jahre alten Frauen ohne Abitur oder Berufsausbildung hat nur jede siebte keine Kinder. Unter den Frauen mit höherem Bildungsstand ist jede fünfte kinderlos. Den Zusammenhang zwischen Bildung und Familiengründung stellte das Statistische Bundesamt aber nur in den alten Ländern fest. Für die Studie wurden im Herbst 2006 12.500 Frauen zwischen 16 und 75 Jahren befragt. Damit sollen die herkömmliche Geburtenstatistik und der Mikrozensus ergänzt werden.

Zahl der unehelichen Kinder seit 1990 verdoppelt

Die Geburtenzahl war im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg gesunken. 2006 wurden in Deutschland 673.000 Kinder geboren. Die Zahl potenzieller Mütter ist seit einem Jahrzehnt rückläufig. 1997 waren 19,7 Millionen Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 15 und 49 Jahren. Im vergangenen Jahr waren es 404.000 weniger. Dieser Trend wird sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts in den nächsten 15 Jahren fortsetzen. Die Zahl der unehelichen Kinder hat sich seit 1990 verdoppelt. Die Eltern fast jedes dritten Neugeborenen sind nicht verheiratet.

Bei dieser Entwicklung ist der Osten Deutschlands dem Westen weit voraus. In der DDR nahm der Anteil nichtehelicher Kinder bereits seit Ende der 60er Jahre rapide zu. 2006 lag er in den neuen Ländern doppelt so hoch wie in den alten bei 60 Prozent. Im europäischen Vergleich ist der Anteil der nichtehelichen Geburten in Deutschland allerdings noch relativ niedrig. In Großbritannien liegt er bei 43 Prozent, in Frankreich bei 48 Prozent und in Island sogar bei 66 Prozent.

AP / AP
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