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Frauenrechte in Pakistan: Gefasst nach Internetfahndung: Dieses Bild wird zum Symbol für Veränderung

Die Frauenrechte in Pakistan sind reformbedürftig, das weiß auch der Staat. Daher wird die Festnahme eines Vaters, der seine Tochter brutal misshandelt hat, als großer Erfolg gefeiert. Das Bild macht Hoffnung.

Seit Samstag ist über ein Video im Umlauf, das einen Mann zeigt, der seine Tochter schwer misshandelt. Er schleift sie an den Haaren über den Boden und hört damit auch nicht auf, als er sieht, dass er dabei gefilmt wird. Der Mitschnitt wurde mit dem Aufruf veröffentlicht, es so lange zu teilen, bis der Mann verhaftet worden ist.

Die Aktion war offenbar ein Erfolg: Nachdem Tausende (inzwischen sind es mehr als 250.000) User die Aufnahme geteilt hatten, war der Täter bereits einen Tag später gefasst worden. Am Montag wurde auf einer Facebook-Seite das Foto seiner veröffentlicht. Es zeigt, wie ein Mann von vier vermummten Polizistinnen in Handschellen und an langen Ketten abgeführt wird. Die Facebook-Seite gehört einer Behörde, die sich für Reformen der Frauenrechte einsetzt und dem höchsten Minister der pakistanischen Region Punjab unterstellt ist. "Das ist Veränderung – der Täter, der eine Frau geschlagen und misshandelt hat, wurde von weiblichen Polizistinnen abgeführt. Das ist ein Exempel für jene, die denken, sie könnten Frauen misshandeln und kämen so davon. Nicht mehr", steht unter dem Bild.

This is Change- The culprit who beat and abused a Women has been taken to court by female police officers. This is...

Gepostet von Chief Minister's Strategic Reforms Unit -SRU am Montag, 28. Mai 2018

Das brutale Verhalten gegenüber Frauen kommt in südasiatischen Ländern immer noch und immer wieder vor. Aus dem Grund wird das Foto der Festnahme von Twitter-Usern in und Indien als Erfolg von großem symbolischen Gehalt gefeiert – zumal es auch noch die eher selten in der Öffentlichkeit sichtbaren, weiblichen Polizisten waren, die den Mann abgeführt haben. Der Initiator der Twitter-Suche, der britische Journalist Tanveer Khatana, hat sich inzwischen bei den Kollegen vor Ort bedankt, die zu der massiven Verbreitung seines Aufrufs beigetragen haben. (Vorsicht, auf seinem Twitter-Profil ist das Video der Misshandlung oben angeheftet.)

Ohne die große Aufmerksamkeit bei Twitter wäre der Mann ungeschoren davongekommen. Für seine Tochter soll inzwischen eine Spendensammlung veranlasst worden sein, damit sie sich einen Anwalt nehmen kann.

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