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Gartengestaltung: Grau und tot: Gemeinden gehen gegen Schottergärten vor

Rund 15 Prozent aller deutschen Vorgärten sind bereits versiegelt, sprich mit Schotter zugeschüttet oder gepflastert. Dagegen regt sich Widerstand, denn Menschen leiden unter dem Anblick und Tiere können dort nicht leben.

Ein Schottergarten wird per besen gekehrt

Laut Nabu wirken Schotterflächen monoton und zeigen nur wenig jahreszeitliche Aspekte

Getty Images

Im niedersächsischen Landkreis Rotenburg werden erstmals rechtliche Schritte gegen Schottergärten eingeleitet. Wie der "Weser-Kurier" berichtet, gehe der Landkreis zwar nicht flächendeckend dagegen vor, in Einzelfällen würden jedoch Überprüfungen angeordnet. Falls dabei festgestellt werde, dass ein unzulässiges Schotterbeet angelegt worden ist, "wird dieser Verstoß aufgenommen“.

Bisher gab es nur wenige Einzelfälle, der Landkreis habe das Thema aber im Blick. Wenn Verantwortliche nicht auf freiwilliger Basis zur Umgestaltung bereit seien, würden rechtliche Schritte eingeleitet, um die Flächen anders zu gestalten. "Hier können beispielsweise Zwangsgelder angeordnet werden“, sagte eine Landkreis-Sprecherin im Gespräch mit dem "Weser-Kurier". 

Böden leiden durch Schottergärten

Auch im nordrhein-westfälischen Kamen stießen die gegen Schottergärten geplanten Maßnahmen der Stadtverwaltung im Stadtrat auf Zustimmung. Die Stadtverwaltung soll jetzt für zukünftige Bebauungspläne mögliche Festsetzungen bzw. Regelungen prüfen. Diese sollen möglichst verhindern, dass Garten- und Vorgartenflächen überwiegend mit Schotter oder Kies bedeckt und damit versiegelt werden. Für bestehende Vorgärten ändert sich dort jedoch erst einmal nichts, wie der "Hellweger Anzeiger" zusammengefasst hatte.

Im hessischen Heuchelheim beschäftigten sich gleich zwei Anträge mit der Schottergarten-Thematik. Dort wurde die Forderung angenommen, dass der Gemeindevorstand damit beauftragt wird, durch Maßnahmen in der Öffentlichkeit auf die nachteiligen Auswirkungen der Schottergärten hinzuweisen und dafür zu sorgen, dass Gärten naturnah gestaltet würden. Pflegeleicht seien "die Gärten des Grauens" zwar, wie der "Gießener Anzeiger" den Heuchelheimer Bürgermeister Lars Burkhard Steinz zitiert – schließlich müssten keine Hecken beschnitten, kein Laub weggefegt und keine Blumen gegossen werden –, dass sie aber wenig ästhetisch und weder fürs Klima noch für die Artenvielfalt positiv seien, bestritt während der Gemeindevertretersitzung niemand.

Versiegelung führt laut Nabu auch dazu, dass die Böden leiden, denn unter den stark verdichteten Oberflächen lebt nichts mehr. Auch die Bodenfruchtbarkeit gehe verloren. Ästhetisch wirkten Schotterflächen monoton und zeigten wenig bis gar keine jahreszeitlichen Aspekte oder Veränderung.

Quellen: "Weser-Kurier""Hellweger Anzeiger""Gießener Anzeiger"Nabu

km