HOME

Nach Germanwings-Katastrophe: Kanzlerin Merkel besucht Haltern am See

Haltern am See wurde zum Symbol der Germanwings-Katastrophe: 16 Schüler aus der Stadt im Ruhrgebiet kamen bei dem Absturz vor sieben Monaten ums Leben. Nun sprach Kanzlerin Merkel mit Schülern und Angehörigen. Die Trauer sitzt immer noch tief.

Angela Merkel legt in Haltern Blumen nieder

Kanzlerin zu Besuch im Joseph-König-Gymnasium - 16 Schüler und zwei Lehrer der Schule kamen bei der Germanwings-Katastrophe ums Leben

Sieben Monate nach dem Germanwings-Absturz in Frankreich ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem Gespräch mit Hinterbliebenen nach Haltern gereist. Dort traf sie sich mit Schülern und Angehörigen in dem Gymnasium, das um 16 Schüler und 2 Lehrerinnen trauert. Sie löst damit ein Versprechen ein, das sie den Familien nach dem Flugzeugabsturz bei einer Trauerfeier in Köln gegeben hatte.

Für den Besuch der Kanzlerin im Joseph-König-Gymnasium waren rund 90 Minuten eingeplant. Hinter verschlossenen Türen will Merkel mit Schülern und Hinterbliebenen sprechen und sich in das Kondolenzbuch der Schule eintragen. Anschließend richtete sie auf dem Schulhof, wo inzwischen eine stählerne Gedenktafel an die Toten erinnert, einige Worte an alle Schüler.

"Ich möchte deutlich machen, dass ich an sie denke", sagte Merkel, "dass auch die Bundesregierung und die Menschen in Deutschland an sie denken." Die Kanzlerin hob hervor, mit wie viel Liebe und Mitgefühl die Schule mit dem schrecklichen Ereignis umgehe und versuche, damit fertig zu werden. Angesichts des unfassbaren Unglücks sei die Erinnerung in Haltern wunderbar gestaltet. Mit der Frage "Warum?" plage sich jeder herum, so Merkel, und man könne mit ihr nur gemeinsam fertig werden: "Haltern ist zu einem Beispiel geworden, wie man in so einer fürchterlichen Situation auch Gemeinschaft sein kann".

"Das Geschehen ist nach wie vor äußerst brutal"

Merkels Besuch wertet der Schulleiter als wichtige Geste der Unterstützung: "Das Geschehen ist nach wie vor äußerst brutal und grausam. Es hat für die Eltern nichts von seiner Fürchterlichkeit verloren", sagte Ulrich Wessel vor dem Besuch der CDU-Politikerin in der Kleinstadt am Rande des Münsterlandes.

Dass andere Menschen, in diesem Fall sogar die Kanzlerin, ihre Anteilnahme ausdrücken wollten, sei ein postives Zeichen für die Angehörigen und die gesamte Stadt, sagte Bürgermeister Bodo Klimpel (CDU). Nahezu jeder in der Kleinstadt kenne eine betroffene Familie. Daher sei die Anteilnahme am Schmerz weiterhin groß und werde es auch bleiben. "Dieses schreckliche Unglück ist nun Bestandteil unserer Stadtgeschichte."

Am 24. März 2015 war Flug 4U9525 in den französischen Alpen zerschellt. Der Co-Pilot hatte die Maschine nach Überzeugung der Ermittler absichtlich auf Crashkurs gesteuert. Zu den 150 Toten gehörte auch die Gruppe aus Haltern, die zu einem Austausch in Spanien war.

amt / DPA