HOME

Google Doodle zum Internationalen Kindertag: Kinder zweiter Klasse gibt es nicht

Der 1. Juni ist Internationaler Kindertag. Heute wird verstärkt daran erinnert, was jeden Tag präsent sein sollte: Kinder haben Rechte. Und zwar alle dieselben. Kinderrechtsorganisationen machen mit ihrem Einsatz genau darauf aufmerksam.

Von Hannah Wagner

Kinder sind die Zukunft. Kinder sind das, wofür wir eine lebenslange Verantwortung auf uns nehmen – und das meistens freiwillig. Kinder sind wertvolle Schätze, die behütet werden müssen. Und Kinder haben Rechte. Eltern und Verwandten, denen schlicht die Mittel und Möglichkeiten fehlen, sich für ihre Kinder einzusetzen und deren Rechte zu verwirklichen, stehen Kinderrechtsorganisationen zur Seite, die weltweit als Advokaten für die jungen Menschen agieren.

Man sollte meinen, diese Advokaten seien hauptsächlich essentiell für Kinder in Dritte-Welt-Ländern. Aber auch zum Beispiel in Deutschland leben etwa zwei Millionen Kinder unter der Armutsgrenze. Organisationen wie Amnesty International, Unicef und der Kinderschutzbund initiieren deswegen jährlich den Internationalen Kindertag.

Im August 1925 kamen Vertreter aus 54 Staaten zusammen, um auf der Weltkonferenz die Genfer Erklärung zum Schutze der Kinder zu unterzeichnen. In vielen kommunistisch regierten Ländern wurde dann bereits ein jährlicher Kindertag eingeführt. Erst fast 30 Jahre später wurde das Kinderhilfswerk Unicef damit beauftragt, einen Weltkindertag auszurichten. Am 20. November 1989 wurde schließlich ein weiterer Schritt in Richtung der Festsetzung von Rechten für Kinder getan: Die UN-Kinderrechtskonvention wurde von der UN-Generalversammlung angenommen und trat ein knappes Jahr später in Kraft.

Alle Kinder haben dieselben Rechte

Heute wird der Internationale Kindertag in mehr als 145 Ländern gefeiert. Er ist ein Versuch, an die Rechte der Kinder zu appellieren, sie jedem immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Die Hoffnung, dass sich durch solche Feiertage im Verhalten und in den Köpfen mancher Menschen etwas ändert, ist immer noch groß. Denn Kinder haben Rechte. Und zwar alle dieselben.

In Deutschland liegt das Augenmerk der Initiatoren in diesem Jahr besonders auf Flüchtlingskindern. Flüchtlingskinder werden hier nach Ansicht von Menschenrechtsorganisationen immer noch wie Kinder zweiter Klasse behandelt. Zum heutigen Internationalen Kindertag fordern deshalb mehr als 40 Organisationen, die UN-Kinderrechtskonvention auch für junge Flüchtlinge umzusetzen. Zwar habe die Bundesregierung im Juli 2010 offiziell ihren seit 18 Jahren bestehenden Vorbehalt zurückgenommen, aber geändert habe sich seitdem nichts, beklagen die Organisationen.

Immer noch seien Flüchtlingskinder im Vergleich zu Minderjährigen mit deutschem Pass bei der Gesundheitsversorgung, Schul- und Berufsausbildung, Arbeitsmöglichkeiten oder Bewegungsfreiheit massiv benachteiligt, hieß es am Dienstag in Berlin. Ein Jahr lang will die Kampagne "Jetzt erst Recht(e) für Flüchtlingskinder!" auf die Missstände aufmerksam machen. Nach Angaben von Schirmherr Lothar Krappmann (UN-Kinderrechtsausschuss) leben in Deutschland etwa 10.000 unbegleitete Kinder und weit über 200.000 als anerkannte Flüchtlinge, in laufenden Asylverfahren oder in geduldetem Status.

mit DPA