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Bewährungsstrafe: "Jesus - 2000 Jahre rumhängen": Ex-Lehrer wegen Gotteslästerung verurteilt

Kritik an Religion und Kirche ist bei uns erlaubt. Doch es gibt Grenzen. Gotteslästerung ist im Strafgesetzbuch verankert - wie jetzt ein früherer Lehrer aus Westfalen erfahren musste. Sprüche wie "Jesus - 2000 Jahre rumhängen" brachte ihm eine Bewährungsstrafe ein.

Verschneites Kruzifix in Bamberg

Jesus am Kreuz - ein Kruzifix in Bamberg: In Nordrhein-Westfalen ist ein Ex-Lehrer wegen Gotteslästerung verurteilt worden. Einer seiner Sprüche: "Jesus - 2000 Jahre rumhängen und immer noch kein Krampf".

Wegen ist ein ehemaliger Lehrer zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der 67-Jährige muss als Bewährungsauflage 500 Euro zahlen, entschied das Amtsgericht Lüdinghausen in Nordrhein-Westfalen. Er hatte die Rückscheibe seines Autos großflächig mit Sprüchen wie "Jesus - 2000 Jahre rumhängen und immer noch kein Krampf!" oder "Wir pilgern mit Martin Luther: Auf nach Rom! Die Papstsau Franz umbringen. Reformation ist geil" beklebt. Passanten und die Polizei hatten Anzeige erstattet.

Die Richterin am sah dies nicht durch die Kunstfreiheit gedeckt und bestätigte einen Verstoß gegen den sogenannten Gotteslästerungsparagrafen im Strafgesetzbuch (Paragraph 166). Laut Urteil sind die Sprüche öffentliche Beschimpfungen der christlichen Kirchen und damit dazu geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Az.: 9 DS 174/15).

Gotteslästerung: Mehr als Religionskritik

"Die Sprüche stehen ja nicht nur für eine Religionskritik, diese Grenze war überschritten", sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag. Das Gericht folgte allerdings nicht der Forderung der Anklage. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 3000 Euro gefordert.

Der jetzt verurteilte Lehrer im Ruhestand sieht sein Recht auf freie Meinungsäußerung eingeschränkt. Nach Auskunft eines Gerichtssprechers will er das Urteil so nicht hinnehmen und in die nächste Instanz gehen.

dho/DPA