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Günther Krause: Haus nicht bezahlt: Ex-Bundesverkehrsminister droht Zwangsräumung

Er soll sein Wohnhaus nicht bezahlt haben: Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause und seine Frau müssen wohl binnen Wochen das Haus räumen, das sie erst vor einem Jahr bezogen haben. Denn die Vorbesitzer warten auf 459.000 Euro. 

Günther Krause, ein Mann mit grauem Seitenscheitel, sitzt in grauem Anzug, blau-weiß gestreiftem Hemd und Krawatte am Tisch

Günther Krause (Archivbild vom November 2017) droht die Zwangsräumung seines Hauses

DPA

Er hat den Einigungsvertrag unterschrieben, er war Bundesverkehrsminister - und nun drohen und seiner Frau die Obdachlosigkeit. Denn das Wohnhaus der Krauses an der Mecklenburgischen Seenplatte soll bald geräumt werden. Entgegen der Absprache seien die Schlüssel am Dienstag nicht übergeben worden. "Die Hausbesetzung geht weiter. Nun bleibt nur noch der Weg zum Gerichtsvollzieher und die Zwangsräumung", erklärte der von den alten Hausbesitzern beauftragte Hamburger Anwalt Arne Trimpop. Er werde am Mittwoch den Gerichtsvollzieher beauftragen. "Dann ist es noch eine Frage von Wochen, nicht von Monaten, bis das Haus wieder frei ist", sagte der Anwalt.

Die Krauses hatten das komfortable Wohnhaus im April 2017 von einem Unternehmer-Ehepaar erworben, den Kaufpreis von 459.000 Euro aber nie bezahlt. Daraufhin gingen die alten Besitzer vor Gericht. In einem Vergleich war eine letzte Zahlungsfrist vereinbart worden, die aber Ende März abgelaufen war und Krauses danach zum Auszug spätestens am 10. April verpflichtete.

Günther Krause hat auch als Unternehmer Probleme

Der frühere Politiker hatte zuletzt auch als Unternehmer für Negativschlagzeilen gesorgt. Wegen Insolvenzverschleppung und vorsätzlichen Bankrotts erließ das Amtsgericht Potsdam Ende März einen Strafbefehl über 5400 Euro. Bereits im Jahr 2009 war Krause nach der millionenschweren Pleite seiner Immobilienfirma unter anderem wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe von 14 Monaten verurteilt worden.

Nach Überzeugung Krauses hat auch seine Bekanntheit als DDR-Unterhändler zum Einigungsvertrag seine Situation erschwert. "Wenn ich den Einigungsvertrag nicht unterschrieben hätte, würde vieles einfacher sein. Weil ich dann nicht so verfolgt wäre", sagte der frühere CDU-Politiker dem NDR. Nach mehreren Affären war Krause 1993 als Bundesverkehrsminister zurückgetreten und in die Wirtschaft gegangen.

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tkr / DPA
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