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Auftritt bei Günther Jauch: "Westerwelle hat mich noch nie so berührt"

Der Wandel des Guido Westerwelle berührt ganz Deutschland: Der einstige Spitzenpolitiker zeigt sich bei "Günther Jauch" als offenherziger Kämpfer, der die Fähigkeit zur Selbstreflexion für sich entdeckt hat.

Guido Westerwelle winkt

Guido Westerwelle wirkte bei Günther Jauch deutlich gelassener als zu seiner aktiven Zeit als Spitzenpolitiker

Natürlich kommen sie jetzt wieder aus ihren Löchern gekrochen, die üblichen Verdächtigen in den sozialen Netzwerken: jene, die seine Vergangenheit als omnipräsente Rampensau der FDP vorhalten; die selbst hinter der Veröffentlichung des Buches über seine Krebserkrankung nicht viel mehr wähnen als eine tränentreibende PR-Kampagne; die Westerwelles Wandel vom Karrieremensch zum Mensch nur mit beißender Ironie begegnen.

Dabei ist dieser Wandel beeindruckend, wie der Auftritt des früheren Bundesaußenministers in der Talkshow von belegt: Westerwelle wirkte ruhig, aber nicht schüchtern. Er beschrieb seinen Kampf gegen den Krebs in eindringlichen Worten, ohne je ins Wehleidige zu verfallen. Und er zeichnete sich durch eine wohltuende Selbstreflexion aus, die ihm in seinen aktiven Jahren als Spitzenpolitiker zeitweise völlig abging.

Der Krebs macht alle Menschen gleich

Krebs sei eine "egalisierende Krankheit", die alle Menschen gleich macht, so Westerwelle. Ob Promi oder nicht, jeder liefe dann in Bademantel und Schlappen durch den Krankenhausflur und hoffe aufs Überleben. Die Selbstverständlichkeiten des Alltags lasse er nun ganz anders auf sich wirken: die Natur, das Licht, einen Sonnenaufgang. Und auch der Zuspruch, den er teilweise von Fremden auf der Straße erfuhr, habe ihm sehr geholfen.

Eine Haltung, die er bei "Günther Jauch" glaubwürdig vorgelebt hat, und die ihm auch in den sozialen Netzwerken viel Anerkennung einbringt. Auf Twitter finden sich zahlreiche Genesungswünsche, die User zeigen sich beeindruckt vom "neuen" Westerwelle - Tenor: Früher konnte ich ihn ja nicht ab, aber jetzt! 

Und auch die üblichen Verdächtigen, deren Tweets wir hier kein Forum bieten wollen, werden von der Community schnell zum Schämen in die Ecke gestellt: 

Früher sei er aber doch ganz anders drauf gewesen, hält auch Günther Jauch seinem Gast irgendwann vor. Er möchte den sehen, entgegnete der 53-Jährige sinngemäß, der sich in 20 Jahren nicht verändert und weiterentwickelt.

In diesem Sinne: Respekt und weiterhin gute Besserung, Guido Westerwelle!

tim