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Gutscheinkarten: Die Geschenkidee für alle Unentschlossenen

Wem die Ideen für Weihnachtsgeschenke fehlen, greift gern mal zur Gutscheinkarte aus Plastik. Und wenn man dem Einzelhandel glauben darf, werden die Unkreativen und Unentschlossenen immer mehr.

Sie sind klein, bunt und spiegeln unseren Zeitgeist wider. Wer nicht so viel Zeit hat oder nicht genau weiß, was er seinen Liebsten schenken soll, geht auf Nummer sicher. Erwerben kann man sie an vielen Tankstellen, in Supermärkten, in den jeweiligen Läden oder übers Internet: Die Gutscheinkarten im Scheckkartenformat. Überall hängen sie meist im Kassenbereich herum, die Plastikkärtchen von i-Tunes, Obi, H&M, Amazon oder Media-Saturn. Allein in diesem Jahr könnte mit diesen Karten zu Weihnachten ein Umsatz von etwa zwei Milliarden Euro erzielt werden, schätzt der Einzelhandelsverband HDE.

Gemessen am gesamten Weihnachtsgeschäft mache das zwar nur einen Anteil von etwa drei Prozent aus. Aber die Entwicklung sei positiv mit steigender Tendenz. Besonders nach dem Fest freuen sich Händler über ein Zusatzgeschäft, wenn die Menschen die Läden stürmen, um die Gutscheine einzulösen. Dann wird meist noch darüber hinaus gekauft.

"Geschenkgutscheine gehören auch in diesem Jahr wieder zu den beliebtesten Geschenken. Sie sind individuell und erfüllen maximale Freiheit", wirbt die Sprecherin des Kölner Geschenkkartenspezialisten retailo, Silke Fischer. Der Marktführer in Deutschland, der seit Anfang Dezember zum US-amerikanischen Prepaid-Anbieter Blackhawk Network gehört, verfügt im deutschsprachigen Raum - auch in der Schweiz und in Österreich - über ein Netzwerk von mehr als 40.000 Verkaufsstellen: Tankstellen, Lotto-Annahmestellen, Drogerien, Bankfilialen und Supermärkte. Verkauft werden die Plastikcoupons von Unternehmen wie Douglas, C&A, Ikea, Zalando oder Tchibo.

Riesige Auswahl bis zur letzten Minute

Viele schätzten die kleinen Karten, weil es sie aus der Verantwortung entlässt, das Richtige zu kaufen. "Die Verbraucher haben die Chance bis zur letzten Minute aus einer riesigen Vielfalt an Gutscheinen zahlreicher Top-Marken zu wählen", sagt Fischer. Und wem erst bei der Bescherung unterm Weihnachtsbaum einfalle, dass ihm ein Geschenk fehlt, der könne Gutscheine auch als Geschenke-E-Mail oder Geschenke-SMS versenden.

Von einem seit Jahren anhaltenden Trend mit teils zweistelligen Wachstumsraten berichtet die Textilkette C&A, ohne Zahlen zu nennen. "Unsere Kunden schätzen sie, weil sie nicht nur bei uns, sondern auch an vielen anderen Verkaufsstellen erworben werden können", sagt Sprecher Lars Boelke. Einlösen könne man sie in mehr als 500 C&A-Filialen in Deutschland. Der Gutscheinbetrag könne zudem in mehreren Teilbeträgen zum Einkauf genutzt werden.

Für den schwedischen Möbelhändler Ikea ist es das "flachste Paket, das wir je hatten." Ob zum Geburtstag, als Dankeschön oder für Glückwünsche - "die Geschenkkarte ist ein zusätzliches Verkaufsinstrument und aus diesem Grund auch ein wichtiger Bestandteil von Ikea", betont eine Unternehmenssprecherin. Die Kärtchen seien zunehmend beliebt, auch im Weihnachtsgeschäft. Zu Umsatz und Umsatzanteil äußert sich das Unternehmen nicht.

Kärtchen nicht zu lange liegen lassen

Bei Douglas gibt es mittlerweile Kombi-Gutscheine, die nicht nur in den Parfümerie-Filialen, sondern auch bei den Konzerntöchtern Christ (Schmuck) und Thalia (Bücher) eingelöst werden können. Zudem können sie jederzeit wieder aufgeladen werden. "Sie sind extrem beliebt, bei Privat- und Firmenkunden", sagt ein Sprecher. Gekauft würden sie nicht nur zu Weihnachten. Das Geschäft mit den Plastikkärtchen laufe das ganze Jahr über gut. "Ebenso beliebt sind sie zum Valentinstag, zu Ostern oder zum Muttertag."

Nach einer Umfrage des Branchenverbands HDE sind Geschenkkarten für Klamotten und Elektronik besonders beliebt. Unbefristete Gutscheine gelten laut HDE drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem sie gekauft wurden. Für dieses Weihnachtsgeschäft heißt das, bis Ende 2016. Verbraucherschützer raten, die Kärtchen nicht zu lange liegen zu lassen, sonst existiere womöglich das Unternehmen nicht mehr, bei dem sie gekauft wurden.

tkr/Maren Martell/DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?