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Neues Gesetz: Hamburg erlaubt gemeinsame Bestattungen von Mensch und Tier

In Hamburg wird für viele Haustierbesitzer nun ein Traum wahr: Menschen können sich bald gemeinsam mit ihren Tieren bestatten lassen. Ein entsprechendes Gesetz hat die Bürgerschaft verabschiedet.

Hamburg erlaubt gemeinsame Bestattungen von Mensch und Tier

In Hamburg können sich bald Menschen gemeinsam mit ihren Haustieren beerdigen lassen (Symbolbild)

Tierfriedhöfe gibt es in Deutschland bereits. Rund 150 sollen es nach Angaben des Bundesverbands der Tierbestatter sein. In Hamburg geht man nun sogar einen Schritt weiter. Künftig können sich auch Menschen gemeinsam mit ihren Haustieren beerdigen lassen. Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete die Bürgerschaft am Mittwochabend. 

"Viele Menschen haben heute sehr enge emotionale Beziehungen zu ihren Haustieren. Die Tiere gehören sozusagen zur Familie", sagte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Ulrike Sparr, am Rande der Sitzung. "Die Bestattung auf einer gemeinsamen Grabfläche zu ermöglichen, ist daher nur konsequent." Ebenso sinnvoll sei es, dafür spezielle Flächen auf den Friedhöfen auszuweisen und so auch diejenigen zu respektieren, die mit solchen Gedanken fremdeln, betonte Sparr.

Hamburg: Es wird mindestens noch ein Jahr dauern

Mit anderen Worten: Es müssen zunächst einmal noch freie abgelegene Grabstellen gefunden werden. Zudem muss die Gebührenordnung angepasst werden. Das kann dauern. Nach Angaben des städtischen Friedhofsbetreibers wird mindestens noch ein Jahr vergehen, bis sich die ersten Tierbesitzer tatsächlich gemeinsam mit ihren Haustieren bestatten lassen können. 

Noch offen ist, welche Tierarten mit dem neuen Gesetz gemeint sind. Laut NDR sei an Hunde und Katzen gedacht. Diese müssten demnach verbrannt und die Asche in Urnen überführt werden. Sogar für den Fall, dass der Besitzer zuerst stirbt, ist vorgesorgt. Der- oder diejenige könne neben dem Grab einen Platz für sein Haustier reservieren. Per Testament müsse dann die weitere Pflege und spätere Grablegung an Angehörige oder Freunde übertragen werden.

Die Hansestadt ist übrigens nicht die erste Stadt, die gemeinsame Bestattungen von Mensch und Tier erlaubt hat. In der Nähe von Essen und Koblenz ist das bereits seit längerem möglich – und das, obwohl eigentlich laut bundesweiter Gesetzgebung Friedhöfe lediglich für Menschen da sind. Allerdings können Tiere als "Grabbeilage" angesehen werden. So steht es nun auch im neuen Hamburger Gesetz.

rpw/dpa
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