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Hannover: Bombenentschärfung legt Seelze lahm

Großeinsatz in Seelze bei Hannover: 14.000 Menschen müssen wegen einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ihre Häuser verlassen. Die Entschärfung ist am Morgen reibungslos verlaufen.

Feuerwehrkräfte evakuieren kurz vor Mitternacht Wohnhäuser in Seelze in der Region Hannover

Feuerwehrkräfte evakuieren kurz vor Mitternacht Wohnhäuser in Seelze in der Region Hannover

Eine 1800 Kilogramm schwere Fliegerbombe ist am Morgen im niedersächsischen Seelze bei Hannover erfolgreich entschärft worden. Dies sei reibungslos verlaufen, teilte eine Sprecherin der Feuerwehr mit. Rund 14.000 Menschen hatten in der Nacht wegen des Funds des Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg ihre Häuser verlassen müssen. Die Menschen können noch am Morgen in ihre Wohnungen zurückkehren.

Die am Abend begonnene Evakuierung dauerte länger als zunächst geplant. Viele Menschen mussten in der Nacht zum Dienstag wach geklingelt werden. "Lange Gespräche" sowie zahlreiche Krankentransporte waren nötig, wie eine Sprecherin sagte.

Auch drei Altenheime lagen in dem betroffenen Gebiet. Die Bewohner mussten teilweise mit Rettungswagen verlegt werden. Einige Betroffene warteten an einer Bushaltestelle auf den Transport in die Notunterkunft: "Wir drei machen heute Nacht einen Ausflug. Endlich mal was los hier", sagte eine 75-jährige Wartende.

60 Mitarbeiter blieben in Chemiefabrik

Betroffen war auch ein Chemiewerk, in dem ein Teil der Produktion heruntergefahren wurde. Für die Sicherheit der Abläufe blieben nach Angaben der Feuerwehr 60 Mitarbeiter in der Anlage, die sich während der Entschärfung n einen Schutzbereich begaben.

Vorübergehend musste während der Entschärfung auch der Bahnverkehr auf der Strecke von Hannover Richtung Ruhrgebiet und Bremen sowie auf dem großen Rangierbahnhof von Seelze unterbrochen oder umgeleitet werden. Der Mittellandkanal wurde für die Schifffahrt gesperrt. Sowohl der Bahn- als auch der Schiffsverkehr sind mittlerweile wieder freigegeben worden.

and/DPA / DPA