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Teekanne bis Redemanuskript Hitler-Devotionalien unter dem Hammer – doch wer kauft so etwas?

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Dieser Mann bedarf wohl keiner weiteren Vorstellung. Im bayerischen Grasbrunn kommen verschiedenste Objekte aus dem Umfeld Adolf Hitlers unter den Hammer: von der Teekanne bis zum Redemanuskript. Doch, wer kauft so etwas? Wer stellt sich Derlei ins Wohnzimmer? Auktionator Bernhard Pacher kennt die Antwort: "Die Käufer sind weitestgehend Museen und Forschungseinrichtungen, aber auch private Sammler, die sich mit dem Thema beschäftigen. Und so gut wie gar nicht einschlägige rechtsradikale Neonazis. Die brauchen das Zeug nicht, die sind auch mit billigen Kopien bestens bedient. Niemand gibt so viel Geld aus, um quasi einen kleinen privaten Altar mit Hitler-Devotionalien, Reliquien zu bestücken." Keine Gefahr also von rechts außen, meint Pacher. Zur Versteigerung kommen auch persönliche Notizen Hitlers. Dem Auktionator zufolge geben die Aufschluss über das Wesen des Schreibers. "Die zeigen, dass er die wesentlichen Dinge, auf die es ihm ankommt, sehr gezielt geplant hat, um entsprechend der Rede einen dramaturgischen Aufbau zu geben und sich auf diesen Kärtchen auch einzuzeichnen, wo er mit der Stimmlage nach oben geht, wo er die vor dem Herrn Hoffmann geübte theatralische Gestik entsprechend positioniert, so dass sie anhand von Farbkennzeichnungen und Unterstreichungen genau sehen, was wird denn in dieser Rede passieren. Der Mann hat einfach gar nichts dem Zufall überlassen." Unter den Hammer kommen aber ganz allgemein Objekte aus der Zeit des Dritten Reichs, ohne engeren Bezug zu Hitler. Wer bietet die Stücke zum Verkauf? "Der in die Jahre gekommene Sammler, der halt, wenn er über 70, 80 wird, sagt, bevor meine Erben das dem Sperrmüll übergeben, dann verkaufe ich das selber oder dem Sammler, der sagt, davon habe ich zwei oder drei, ich verkaufe Doubletten, ich möchte lieber andere Dinge kaufen. Aber auch Händler, die Nachlässe aufkaufen, die Wohnungen räumen, aber die auch intensiv international unterwegs sind, um einfach auf Messen, Ausstellungen, aus Erbschaften Objekte anzukaufen. Und da wir in der Wehrmacht ja doch weit über sechs Millionen Menschen unter Waffen hatten, also ein richtiges Nachschubproblem gibt es für die Massenware nicht." Und so wird wohl auch in Zukunft noch mit der Versteigerung solcher Stücke zu rechnen sein.
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In einem Auktionshaus in Bayern werden Objekte aus dem persönlichen Umfeld und Gebrauch von Adolf Hitler versteigert. Doch wer kauft so etwas? Wer stellt sich Derlei ins Wohnzimmer? Der Auktionator kennt die Antwort.

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