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Hitler-Geburtstag: Angst vor Hatz auf Fremde in Moskau

Eine Moskauer Akademie hat ausländische Studenten aufgefordert, drei Tage lang das Haus nicht zu verlassen. Aus Angst vor Übergriffen Rechtsradikaler an Hitlers Geburtstag.

Aus Sorge vor Neonazi-Angriffen hat eine Moskauer Akademie ausländische Studenten aufgefordert, an Hitlers Geburtstag das Haus nicht zu verlassen. Die Studenten sollten drei Tage lang ihre Wohnungen nicht verlassen oder zumindest in deren Nähe bleiben, sagte der Dekan der Moskauer Medizinischen Akademie, Sergej Baranow. Die Universität habe mit der Anweisung auf die Gesuche mehrerer Botschaften reagiert. "Aus der Vergangenheit heraus wissen wir, dass Neonazis an solchen Tagen aktiver sind als sonst."

Russische Menschenrechtler haben wiederholt darauf hingewiesen, dass Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Russland zunehmen - einem Land, das stolz auf seinen Kampf gegen die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg ist. In den vergangenen Jahren wurden Dutzende Ausländer Opfer von Skinheads. Oft sind es Farbige oder Menschen aus Republiken der ehemaligen Sowjetunion.

"Was ist danach?"

Ausländische Studenten begrüßten die vorbeugenden Maßnahmen der Moskauer Universität, wiesen aber auf die bleibende Problematik hin. "Jetzt wird nichts geschehen, wir gehen einfach nicht raus. Aber was ist danach?", sagte der Malaysier Yong Pei Wien.

Reuters / Reuters
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