VG-Wort Pixel

Hochschulzugangsberechtigung Erstmals seit 1994 können weniger Schüler studieren


Erstmals seit 18 Jahren haben in Deutschland weniger Schüler das Abi gemacht. Neben dem demografischen Wandel ist aber besonders die Umstrukturierung der Gymnasien dafür verantwortlich.

Die Zahl der Studienberechtigten in Deutschland ist erstmals seit 1994 wieder gesunken. Rund 498 400 Schüler erwarben 2012 die Hochschul- oder die Fachhochschulreife. Das waren nach vorläufigen Ergebnissen etwa 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte.

Als Hauptgrund nannten die Statistiker den starken Rückgang in den Bundesländern Bayern und Niedersachsen. Diese hatten wegen der Schulzeitverkürzung G8 bereits 2011 doppelte Abiturjahrgänge aus den Schulen entlassen. Die Studienberechtigtenquote - also wie viele Jugendliche eines Jahrgangs das Abi bestanden haben - ist noch nicht bekannt.

Beunruhigend ist die Lage vor allem im Osten

In vier Bundesländern kehrten zwei Jahrgänge (G8 und G9) der Schule mit der Hochschulreife den Rücken. Das führte im Jahresvergleich zu einem starken Plus der Studienberechtigten in diesen Ländern: In Baden-Württemberg um 32,1 Prozent, in Berlin um 33,2 Prozent, in Brandenburg um 27,9 Prozent und in Bremen um 22,0 Prozent. In Bayern, das bereits im Vorjahr doppelte Jahrgänge verabschiedet hatte, betrug das Minus 33,0 Prozent. In Niedersachsen lag es aus dem gleichen Grund bei 23,9 Prozent.

In den Bundesländern, die weder 2011 noch 2012 doppelte Schulabgänger-Jahrgänge hatten, war die Entwicklung ganz unterschiedlich. Hamburg verbuchte mit 6,6 Prozent den höchsten Zuwachs an Studienberechtigten. Von Rückgängen waren Sachsen-Anhalt (minus 2,6 Prozent) und Sachsen (minus 2,3 Prozent) besonders betroffen. Ursache ist die demografische Entwicklung in Ostdeutschland: Die Zahl der jungen Menschen im Alter von 18 bis 20 Jahren lag um 22 Prozent unter der des Vorjahres.

Die meisten Studienberechtigten (71,1 Prozent) erwarben die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife. Mit 52,3 Prozent gab es deutlich mehr Mädchen, die eine Studienberechtigung erhielten als Jungen. Nur beim Fachabitur gab es einen höheren Jungenanteil (52,8 Prozent), bei allgemeiner oder fachgebundener Hochschulreife lag ihr Anteil dagegen nur bei 45,6 Prozent.

ono/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker