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Holocaust-Leugnung: Amtsgericht erlässt Strafbefehl gegen Williamson

Verdacht der Volksverhetzung: Der britische Piusbruder Richard Williamson sieht sich wegen seiner Holocaust-Leugnung mit einem Strafbefehl des Regensburger Amtsgerichts konfrontiert. Der Vatikan hat unterdessen den Dialog mit der erzkonservativen Bruderschaft aufgenommen.

Das Amtsgericht Regensburg hat gegen den umstrittenen katholischen Bischof Richard Williamson einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung erlassen. Dies bestätigte am Montag ein Sprecher des Oberlandesgerichts Nürnberg. Zur Höhe des Strafbefehls machte er mit Hinweis auf das noch laufende Verfahren keine Angaben. Williamsons Rechtsanwalt Matthias Loßmann sagte aber dem "Tagesspiegel", das Gericht habe 120 Tagessätze zu 100 Euro gegen den Briten verhängt.

Williamson gehört zur erzkonservativen katholischen Piusbruderschaft, die das Zweite Vatikanische Konzil nicht anerkennt. Der Brite hatte in einem Priesterseminar der Bruderschaft bei Regensburg in einem Interview des schwedischen Fernsehens den Holocaust geleugnet. In dem Interview sagte er, er denke, dass "200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben seien", aber "nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern". Diese Aussagen sorgten auch deshalb weltweit für Empörung, weil Papst Benedikt XVI. kurz nach der Ausstrahlung des Interviews im Januar die Exkommunikation von Williamson und drei weiteren Pius-Bischöfen aufhob.

Dem Gerichtssprecher zufolge kann Williamson nun binnen zwei Wochen nach Zustellung Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen. Der Anwalt des Briten deutete an, dass Williamson dies tun werde. "Da sind einige Dinge, die man so nicht stehen lassen kann", sagte Loßmann dem "Tagesspiegel".

Vatikan meldet herzlichen Dialog mit Piusbrüdern

Der Vatikan hat unterdessen den Dialog mit der Piusbruderschaft aufgenommen. Das erste Gespräch mit den umstrittenen Traditionalisten habe in einer "herzlichen, respektvollen und konstruktiven Atmosphäre" stattgefunden, teilte der Vatikan mit. Die Diskussion über die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils solle in den nächsten Monaten fortgesetzt werden, hieß es weiter. Zweimal monatlich sollten Arbeitssitzungen stattfinden.

Der Vatikan will die Rückkehr der Piusbruderschaft in den Schoß der katholischen Kirche erreichen, macht dies aber nach eigenen Angaben von der völligen Anerkennung des Konzils von 1962 bis 1965 und der Lehren aller Päpste danach abhängig. Die Piusbruderschaft sieht in der Abschaffung der lateinischen Messe, aber auch in den Lehren zur Ökumene und Religionsfreiheit eine Ursache der heutigen Probleme der katholischen Kirche. Die Bruderschaft wurde 1969 vom ultrakonservativen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet. 1988 exkommunizierte der Vatikan Lefebvre und vier von ihm ohne päpstliche Zustimmung geweihte Bischöfe.

Papst Benedikt XVI., der zwei Jahrzehnte die Glaubenskongregation leitete, kam den Traditionalisten 2007 mit einer Lockerung der Vorschriften zur alten lateinischen Messe entgegen. Anfang des Jahres hob er die Exkommunikation der vier von Lefebvre geweihten Bischöfe auf. Der Vatikan wusste nach eigenen Angaben bei Bekanntgabe der Aufhebung der Exkommunikation nichts von den Holocaust verharmlosenden Äußerungen Williamsons. Mit der Aufhebung der Exkommunikation der Pius-Bischöfe gehe es aber nicht um Williamsons Standpunkte, sondern um die Überwindung eines Schismas der Kirche. Williamson trug der Vatikan auf, sich "absolut und unzweideutig" von seinen Holocaust-Äußerungen zu distanzieren. Williamson hat sich zwar dafür entschuldigt, damit einen Skandal ausgelöst zu haben, widerrufen hat er seine Äußerungen nicht.

AFP/AP / AP
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.