HOME

Hurrikan "Katrina": New Orleans versank im Elend

Der Hurrikan "Katrina" war eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA. In Louisana und New Orleans starben über 1000 Menschen, Hunderttausende versanken in Not und Elend.

Es war nicht so, dass die Menschen in den Südstaaten Louisana, Alabama und Mississippi und in der Metropole New Orleans nicht gewarnt waren. Aber das die Verwüstungen durch "Katrina" katrastrophale Ausmaße annehmen würden, hat zumindest die Behörden überrascht, die zunächst überfordert waren. Eine der ersten Reaktionen von US-Präsident George W. Bush war eine Aufforderung an seine Landsleute, für die Menschen in den betroffnen Gebieten zu beten.

Hunderttausende waren vor "Katrina" in kilometerlangen Autokolonnen Richtung Norden und Westen aus New Orleans und den angrenzenden Gebieten geflüchtet. Die Hoffnung war, dass die Dämme halten, die die tief gelegene Stadt vor dem Wasser schützten. Mit sintflutartigen Regenfällen und Windgeschwindigkeiten von gut 230 Kilometern pro Stunde brach "Katrina" Ende August über die Südküste der USA herein und kostete über 1000 Menschen das Leben.

In New Orleans hielten die Dämme den Wassermassen nicht stand. Die Stadt wurde zu großen Teilen überflutet. Vor allem in den Armenvierteln harrten jedoch viele Menschen aus. Die Rettungskräfte konnten wegen der verheerenden Zustände allerdings nicht zu Einsätzen ausrücken. Die Gouverneurin des US-Staats Louisiana, Kathleen Blanco, ordnete zwei Tage, nachdem "Katrina" über New Orleans hinweggefegt war, die vollständige Evakuierung der 480.000-Einwohner-Metropole an. Ingenieure der Streitkräfte versuchten derweil, die Wassermassen mit Sandsäcken aufzuhalten und zwei gebrochene Dämme zu reparieren. Der Erfolg hielt sich jedoch in Grenzen.

In New Orleans wurde nach zahlreichen Plünderungen das Kriegsrecht verhängt. Tausende Polizisten und Soldaten konnten nicht verhindern, dass die Situation eskalierte und die Hilfseinsätze zum Teil gestoppt werden mussten. Mehrere Zehntausend Menschen saßen über Tage ohne ausreichende medizinische Hilfe in der Stadt fest. Ein kaum auszuhaltender Gestank lag über der überfluteten Stadt. Grund waren im Wasser treibende Leichen und Giftstoffe, die ungehindert abflossen. US-Kongressmitglieder beider Parteien kritisierten in scharfer Form die Reaktion der Bundesbehörden auf die Hurrikan-Katastrophe und kündigten eine Untersuchung an.

Nach Tagen des Chaos und der Anarchie erreichten erste Hilfskonvois das überflutete New Orleans. Die Lastwagen der Nationalgarde mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten wurden von den Flüchtlingen jubelnd begrüßt. Präsident Bush gab zu, die Lage falsch eingeschätzt zu haben. Die US-Regierung stellte 60 Milliarden Dollar für Hilfe und Wiederaufbau bereit. Rund eine Million Einwohner in den drei Bundesstaaten verloren ihr Zuhause. Die Gesamtschäden werden auf bis zu 100 Milliarden Dollar geschätzt. Mindestens 350 000 Häuser wurden nach Behördenangaben zerstört.