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ILO-Bericht: Weniger Kinder müssen arbeiten

Die Kinderarbeit scheint weltweit abzunehmen - der neueste Bericht der UN-Arbeits-Organisation ILO spricht von einem Rückgang um 11 Prozent. Der Kontinent, der der ILO noch die meisten Sorgen bereitet, ist Afrika.

Eine gute Nachricht von einem üblen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Kinderarbeiter sinkt. Nach der neuesten Erhebung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ist ihre Zahl in den vergangenen vier Jahren weltweit um elf Prozent zurückgegangen.

Erfreulich dabei: Kinder müssen sich weniger gefährliche Arbeit verrichten, um 26 Prozent nahm die Zahl ab, in der Altersgruppe der Fünf- bis Vierzehnjährigen sogar um ein Drittel. Die ILO hat ihren in Genf veröffentlichten Bericht optimistisch "Das Ende der Kinderarbeit: Zum Greifen nah" betitelt.

Insgesamt ist die Zahl der Kinderarbeiter zwischen 2000 und 2004 von 246 auf 218 Millionen zurückgegangen. "Obwohl der Kampf gegen Kinderarbeit eine gewaltige Herausforderung bleibt, sind wir auf dem richtigen Weg", sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia über die Entwicklung. "Wir können die schlimmste Form der Kinderarbeit in einem Jahrzehnt beenden, wobei wir das eigentliche Ziel, die völlige Abschaffung jedweder Kinderarbeit nicht aus den Augen verlieren dürfen", so Somavia weiter.

Die ILO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die 1919 gegründet wurde und in der sowohl Arbeitnehmer- als auch Arbeitgebervertreter mitarbeiten.

Es habe sich gezeigt, dass Länder nicht reich sein müssten, um Kinderarbeit zu beseitigen, heißt es in dem Bericht. Wirtschaftlicher Fortschritt sei zwar wichtig. "Ebenso wichtig sind jedoch die richtigen politischen Handlungskonzepte." Die ILO ruft dazu auf, die weltweite Bewegung gegen Kinderarbeit zu stärken. So sollten sich die fast 180 Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation verpflichten, die Kinderarbeit bis 2016 abzuschaffen. Menschenwürdige Arbeit soll zu einem globalen Ziel erklärt werden. "Damit könnte die Kinderarbeit in die Geschichtsbücher verbannt werden", hieß es dazu bei der ILO.

In den Ländern der Karibik sowie in Lateinamerika wurde von der Organisation in den vergangenen Jahren der stärkste Rückgang der Kinderarbeit verzeichnet. Immerhin seien dies zwei Drittel gewesen, wobei jetzt nur noch fünf Prozent aller Kinder arbeiteten.

In Brasilien etwa ging die Kinderarbeit der Fünf- bis Neunjährigen um 61 von 1992 bis 2004 zurück. Bei den Zehn- bis Siebzehnjährigen waren es 36 Prozent. Ähnliche Erfolgszahlen gibt es auch für Asien, wo allerdings mit 122 Millionen der größte Teil der Fünf- bis Vierzehnjährigen Kinderarbeiter lebt. In Schwarzafrika müssen 26 Prozent aller Kinder - etwa 50 Millionen - arbeiten.

DPA / DPA
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