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Bundesstaat Virginia: Islam-Hausaufgabe an US-Schule empört Eltern

Es war als simple Schreibübung gemeint: Schüler in den USA sollten im Unterricht das islamische Glaubensbekenntnis abschreiben. Christlichen Eltern zeigten sich entsetzt - zahlreiche Schulen mussten daraufhin wegen Hass-Mails schließen.

Schüler sollten das islamische Glaubensbekenntnis, die Schahada, kopieren

Schüler sollten das islamische Glaubensbekenntnis, die Schahada, kopieren

Im Erdkunde-Unterricht an der Riverheads High School im US-Staat Virginia ging es vergangene Woche um das Thema Weltreligionen. Als Hausaufgabe gab es eine Schreibübung: Die Schüler sollten das islamische Glaubensbekenntnis kopieren, die sogenannte Schahada. "Dadurch solltest du eine Vorstellung von der künstlerischen Komplexität von Kalligrafie bekommen", hieß es in der Aufgabe, die aus einem Lehrbuch für Weltreligionen stammt. Als die Eltern davon erfuhren, war der Ärger groß: Sie witterten eine religiöse Indoktrination ihrer Kinder. Der Aufstand reichte so weit, dass am Freitag alle Schulen in dem Bezirk geschlossen wurden, wie "CNN" berichtet.

Demnach erreichten die Schule zahlreiche Anrufe und E-Mails zorniger Eltern. Einige sollen verlangt haben, dass die Lehrerin gefeuert wird. Menschen versammelten sich in einer Kirche, um zu protestieren. "Ich lasse meine Kinder nicht von einer Frau unterrichten, die sie mit dem Islam indoktriniert, während ich doch Christin bin", sagte eine Mutter dem Sender "WHSV".

Schahada nur abschreiben, nicht aufsagen

Der Satz, den die Schüler kopieren sollten, lautet übersetzt: "Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und dass Mohammed der Gesandte Allahs ist." Nach Angaben der Schule sollten die Kinder das Glaubensbekenntnis weder übersetzen noch aufsagen. 

Viele nahmen das der Schule jedoch nicht ab. Wie der Sheriff des Bezirks zu "CNN" sagte, habe es eine "Flut" an E-Mails gegeben. Diese seien hasserfüllt und bedrohlich gewesen - und hätten zum Teil Bilder von Enthauptungen enthalten. 

Bezirk reagiert auf den Protest

Die zuständige Schulbehörde hat nun Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen: Die Schahada wird nicht mehr beim Unterricht über Weltreligionen behandelt. "Ein anderes, nicht-religiöses Beispiel für arabische Kalligrafie wird in Zukunft verwendet", hieß es.

Laut Corey Saylor, Sprecher einer Organisation, die sich für den Schutz der Grundrechte der Muslime in den USA und Kanada einsetzt, zeigt der Fall, wie groß die Hysterie in Bezug auf den Islam ist. "Eine nicht weiter bemerkenswerte Schulaufgabe bringt Menschen dazu, Drohungen auszusprechen und die Schließung von Schulen zu erwirken", sagt er zu "CNN".

kis
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