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Islamkonferenz: De Maizière will Kompromiss mit Muslim-Verbänden

Vor dem Treffen der großen muslimischen Verbände hat Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) Kompromissbereitschaft im Streit um die Neuordnung der Islamkonferenz signalisiert.

Vor dem Treffen der großen muslimischen Verbände hat Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) Kompromissbereitschaft im Streit um die Neuordnung des Gremiums signalisiert. In den Beratungen könnten Themen wie Rassismus und Islamophobie "durchaus Platz finden", sagte de Maiziere der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe) und kam den Verbänden damit bei deren Kritik an seiner Schwerpunktsetzung entgegen. Der Zentralrat der Muslime hatte bemängelt, diese Themen seien in de Maizieres Konzept nicht einmal erwähnt worden.

Zugleich kritisierte de Maiziere die Haltung der muslimischen Verbände nach der Suspendierung der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), gegen die mehrere Ermittlungsverfahren laufen. "Da hätte ich mir unter den Verbänden eine kritischere Haltung gewünscht", sagte der Minister. "Die Verbände sind in der Pflicht, aus den Vorwürfen gegen ihren Partner Islamrat Konsequenzen zu ziehen", forderte de Maiziere.

Der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland vertritt rund 30 Mitgliedsorganisationen türkischer, bosnischer, arabischer und deutscher Muslime. Größtes Einzelmitglied ist Milli Görüs, in der die Verfassungsschützer von Bund und Ländern die größte islamistische Organisation in Deutschland sehen und deshalb seit Jahren beobachten. Die muslimischen Verbände wollten laut "SZ" am Freitag entscheiden, ob sie nach Ausladung von Milli Görüs und Islamrat weiter an der Islamkonferenz teilnehmen.

AFP / AFP