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Terror in Istanbul: Zahl der Opfer steigt auf 41 - viele Verletzte auf Intensivstation

Ein Anschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen erschüttert die Türkei. Drei Selbstmordattentäter greifen den Atatürk-Airport an und reißen viele Menschen mit in den Tod. Die aktuellen Entwicklungen zum Nachlesen im stern-Newsticker.

Angehörige trauern um einen Flughafenmitarbeiter, der bei dem Anschlag in Istanbul ums Leben gekommen ist

Angehörige trauern um einen Flughafenmitarbeiter, der bei dem Anschlag in Istanbul ums Leben gekommen ist

Bei einem verheerenden Terroranschlag auf dem Atatürk-Flughafen in der türkischen Metropole Istanbul haben drei Selbstmordattentäter am Dienstagabend mindestens 40 Menschen mit in den Tod gerissen. Nach jüngsten Angaben der türkischen Behörden wurden außerdem mindestens 147 Menschen verletzt. Die türkische Polizei fahndet nach dem Hintermännern des Anschlags. Bis zum frühen Mittwochmorgen bekannte sich keine Gruppierung zu der Tat. Die Entwicklungen zu den Anschlägen zum Nachlesen im stern-Newsticker.

+++ 16.57 Uhr: Moskau will Sanktionen gegen Ankara kippen - Putin drückt Erdogan Beileid aus +++

Nach sieben Monaten Eiszeit will Russland die Sanktionen gegen die türkische Urlaubsbranche aufheben. Das teilen die Präsidenten Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan nach einem Telefonat mit. Es war das erste Gespräch der Staatschefs nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei Ende November im Grenzgebiet zu Syrien. Dem Kreml zufolge äußerte Putin bei dem Telefonat auch sein Beileid für den Anschlag auf den Atatürk-Airport in Istanbul. "Dieser Angriff zeigt, wie aktuell Aufrufe sind, gemeinsam den Terror zu bekämpfen", so Putins Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

+++ 15.43 Uhr: Türkischer Gesundheitsminister: 41 Verletzte noch auf Intensivstation +++

Wie der türkische Gesundheitsminister der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte, befinden sich 41 der mindestens 239 Verletzten noch auf der Intensivstation. Somit könnte die Zahl der Opfer noch weiter steigen.

+++ 15.29 Uhr: Auswärtiges Amt: Eine Deutsche bei Anschlag in Istanbul verletzt +++

Bei dem Terroranschlag auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul ist auch eine Deutsche verletzt worden. Die Betroffene befindet sich noch in medizinischer Behandlung, sollte aber bis zum Abend das Krankenhaus wieder verlassen können, so das Auswärtige Amt in Berlin. Die Frau wird auch von Mitarbeitern des Generalkonsulats Istanbul betreut. Dem Ministerium lagen darüber hinaus keine Hinweise vor, dass unter den Todesopfern Deutsche sein könnten. Vollständige Gewissheit gibt es aber zunächst noch nicht.

+++ 14.43 Uhr: Gomez sorgt sich um Freunde in der Türkei +++

Fußball-Nationalspieler Mario Gomez sorgt sich um die Freunde in seiner Wahlheimat Istanbul. "Das ist nie schön, egal wo es auf der Welt passiert. Ich habe natürlich all meinen Bekannten eine SMS geschickt, ob es ihnen gut geht", berichtet der Torjäger von Besiktas Istanbul am deutschen EM-Standort in Évian-les Bains. "Das ist ein Faden, der sich die letzten Monate durchzieht. Das ist eine sehr traurige Geschichte. Das Land wir darunter leiden und auch die Liga wird darunter leiden. Es ist ein Thema, das sehr viele berührt."
Das Thema ist natürlich präsent, sagt Gomez, der in der Türkei Meister und Torschützenkönig wurde. Der Angreifer betont, dass man die schrecklichen Geschehnisse bei der EM in Frankreich aber ausblenden müsse. "Wenn die ersten Nachrichten kommen, sind wir alle geschockt. Aber bei uns geht es weiter, wir müssen uns auf Italien konzentrieren. Der Fußball ist immer ganz gut, den Fokus umzulenken. Das funktioniert auf dem Trainingsplatz und bei den Spielen."


+++ 14.18 Uhr: Gauck verurteilt Anschläge +++

Bundespräsident Joachim Gauck sagt der Türkei nach den Selbstmordanschlägen auf den Atatürk-Flughafen Solidarität zu. "Deutschland steht angesichts dieser hinterhältigen Gewaltakte an der Seite der Türkei", schreibt er am Mittwoch an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Nachricht von den Anschlägen habe ihn tief erschüttert, er verurteile die Gewalt nachdrücklich. Den Angehörigen und Familien der Opfer gelte aufrichtige Anteilnahme. "Ihnen wünsche ich Kraft in diesen schweren Stunden und den Verletzten baldige Genesung."

+++ 14.07 Uhr: Spuren sollen zum IS führen +++

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet könnte möglicherweise der IS-Kommandeur Ilhami Bali hinter dem Anschlag stecken. Der Dschihadist, dessen Kampfname Ebu Bekir ist, steht in der Türkei auf der Terrorliste und soll als sehr gut vernetzt gelten. Laut Bericht, der sich auf türkische Medien bezieht, soll er auch für den Anschlag zweier Selbstmordattentäter in Ankara am 10. Oktober 2015 verantwortlich gewesen sein. Ebenso soll er den Anschlag am 12. Januar 2016 in Istanbuls Altstadt in Auftrag gegeben haben. Dabei wurden zwölf Deutsche getötet.

+++ 13.45 Uhr: Brandenburger Tor wird nach Instanbuler Anschlag in türkischen Farben beleuchtet +++

Nach dem Anschlag auf den Istanbuler Flughafen Atatürk soll das Brandenburger Tor in Berlin am Mittwochabend aus Solidarität mit den Opfern in den Farben der türkischen Nationalflagge angestrahlt werden, so eine Sprecherin. Das Brandenburger Tor war nach schweren Terroranschlägen bereits mehrfach in den Farben der betroffenen Länder erleuchtet worden, etwa nach den Attacken in Belgien und Frankreich. Auch viele andere internationale Wahrzeichen wurden entsprechend angestrahlt.

+++ 12.30 Uhr: 13 Ausländer unter Toten - keine Deutschen - Zahl der Opfer steigt auf 41 +++

Unter den Toten des verheerenden Terroranschlags auf den Atatürk-Flughafen in der türkischen Metropole Istanbul sind mindestens 13 Ausländer. Aus Regierungskreisen in Ankara heißt es, bei ihnen handele es sich um fünf Saudis, zwei Iraker, einen Tunesier, einen Usbeken, einen Chinesen, einen Iraner, einen Ukrainer und einen Jordanier. Deutsche sind nach dieser Auflistung nicht betroffen. Das Istanbuler Gouverneursamt teilt mit, die Zahl der Todesopfer sei auf 41 gestiegen. 239 Menschen seien verletzt worden. Zusätzlich kamen nach Angaben aus Regierungskreisen die drei Selbstmordattentäter ums Leben. Ihre Nationalität ist noch unklar.

+++ 11.35 Uhr: UN-Tourismusorganisation: "Die Türkei nicht im Stich lassen +++

Die Welttourismusorganisation (UNWTO) fordert die Reisebranche auf, die Türkei nach dem Terroranschlag auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul nicht im Stich zu lassen. "Es ist jetzt an der Zeit, die Türkei zu unterstützen", betont der UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai in einer Erklärung, die in der Nacht zum Mittwoch in Madrid veröffentlicht wurde. "Die Türkei ist eines der bedeutendsten Reiseziele in der Welt, und wir sind zuversichtlich, dass das Land dies auch bleiben wird", erklärt er. Die Sicherheit sei ein vorrangiger Faktor für den Sektor des Tourismus. Die Branche sei zu einer Zielscheibe von Terroristen geworden, weil sie in vielen Ländern eine Säule der Wirtschaft bilde. "In Zeiten wie diesen müssen wir zusammenhalten und dürfen nicht Reiseziele isolieren, die von Anschlägen betroffen sind", sagt der UNWTO-Chef.

+++ 10.48 Uhr: DFB-Spieler fühlen mit den Angehörigen +++

Auch die Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft reagieren bestürzt und mit großer Anteilnahme auf die Terroranschläge. Man verurteile den Terrorismus und habe tiefes Mitgefühl mit den Angehörigen, postet Lukas Podolski in türkischer Sprache. Der Stürmer von Galatasaray Istanbul wünscht den vielen Verletzten gute Besserung. Auch der gebürtige Türke Mesut Özil meldet sich via Twitter zu Wort und fühlt mit den Menschen in der Heimat seiner Eltern.

+++ 10.46 Uhr: Iraner und Ukrainer unter den Opfern +++

Unter den Todesopfern des Terrorangriffs auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen sind mindestens ein Iraner und ein Ukrainer. Fünf weitere Iraner sind verletzt worden, einer von ihnen schwebt in Lebensgefahr, sagt Vizeaußenminister Hassan Ghaschghawi der Nachrichtenagentur Isna. Die zivile Luftfahrbehörde streicht bis auf weiteres alle Flüge von Teheran nach Istanbul. Aus türkischen Regierungskreisen wird bestätigt, dass ein Iraner und außerdem ein Ukrainer bei dem Terrorangriff getötet wurden. Die türkische Regierung hatte zuvor mitgeteilt, dass Türken und Ausländer unter den Toten und Verletzten seien.

Über mögliche deutsche Opfer ist bislang nichts bekannt. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin heißt es , es werde sich um schnelle Aufklärung bemüht.

+++ 10.35 Uhr: Pakistan verurteilt Anschlag +++

Die pakistanische Regierung verurteilt den Selbstmordanschlag scharf und erklärt sich mit dem "Brudervolk der Türkei" solidarisch erklärt. Mit "tiefer Seelenpein" habe man von den Toten und Verletzten erfahren, heißt es in einer veröffentlichten Stellungnahme des Außenministeriums. Pakistan drücke den trauernden Familien und der türkischen Regierung sein Beileid aus.

+++ 10.31 Uhr: Ein Iraner unter den Todesopfern +++

Unter den Todesopfern des Terrorangriffs auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen ist nach Angaben des iranischen Außenministeriums mindestens auch ein Iraner. Fünf weitere Iraner seien verletzt worden - einer von ihnen schwebe in Lebensgefahr, sagte Vizeaußenminister Hassan Ghaschghawi der Nachrichtenagentur Isna am Mittwoch. Die zivile Luftfahrbehörde strich bis auf weiteres alle Flüge von Teheran nach Istanbul.

+++ 10.27 Uhr: Fußball-Profi Roman Neustädter soll Anschlag entgangen sein +++

Wie die türkische Zeitung "Hürriyet" berichtet, soll Fußballprofi Roman Neustädter dem Anschlag in Istanbul entgangen sein. Der Ex-Schalker soll sich nur eine Stunde vor den Explosionen auf dem Flughafen aufgehalten haben. Auf Twitter bekundet der Mittelfeldspieler den Opfern sein Beileid.

+++ 10.05 Uhr: Attentäter sollen mit Taxi zum Flughafen gefahren sein +++

Die drei Selbstmordattentäter sind laut Ministerpräsident Binali Yildirim mit dem Taxi zum Flughafen gekommen. Dort angekommen hätten sie Maschinengewehre gezogen und um sich geschossen. Danach hätten sie sich selbst in die Luft gesprengt.

+++ 9.25 Uhr: Italien geschockt über Selbstmordanschlag in Istanbul +++

Italien verurteilt den Selbstmordanschlag auf dem Istanbuler Flughafen und erklärt sich mit der Türkei solidarisch. "Unser Herz teilt den Schmerz des türkischen Volks über die tragischen Nachrichten, die aus kommen", schreibt Regierungschef Matteo Renzi auf Twitter und fügt hinzu: "Gegen den Terrorismus, überall." Außenminister Paolo Gentili, in New York bei den Verhandlungen über einen Sitz Italiens im UN-Sicherheitsrat, twitterte: "Italien solidarisch mit der Türkei. Der Terrorismus wird nicht durchkommen."

+++ 9.04 Uhr: Flug von Berlin nach Istanbul gestartet +++

Nach den Selbstmordanschlägen am Istanbuler Atatürk-Flughafen ist am Mittwoch entgegen erster Angaben auch vom Flughafen Berlin-Tegel wieder eine Maschine in die Bosporus-Metropole gestartet. Den Abflug bestätigte Flughafensprecher Lars Wagner der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst hatte er erklärt, dass es am Mittwoch keine Flüge von Tegel in die türkische Metropole geben werde. Ob die weiteren vier regulären Flüge abgesagt würden, sei eine Entscheidung der Fluggesellschaft , hieß es am Morgen.

+++ 9 Uhr: De Maizière erschüttert über Anschlag +++

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat erschüttert auf den verheerenden Terroranschlag von Istanbul reagiert. "Der Terrorismus hat mal wieder sein hässliches Gesicht gezeigt und unschuldige Menschen in den gerissen", sagte de Maizière am Mittwoch in Berlin. "Ich bin tief erschüttert über den feigen und brutalen Anschlag am Flughafen von Istanbul." Er trauere mit den Angehörigen der Opfer und wünsche den Verletzten schnelle Genesung. "Wir werden unseren Kampf gegen den Terrorismus gemeinsam mit unseren Verbündeten mit voller Härte fortsetzen", betonte er.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU)

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat erschüttert auf den verheerenden Terroranschlag von Istanbul reagiert

+++ 8.45 Uhr: Iran verurteilt Anschlag in Istanbul +++

Der Iran verurteilt den Selbstmordanschlag am Atatürk-Flughafen in Istanbul scharf und fordert eine gemeinsame Initiative gegen den Terrorismus. "Der Terror hat erneut bei unseren Freunden und Nachbarn in der sein hässliches Antlitz gezeigt", schrieb Außenminister Mohammed Dschawad Sarif auf seiner Twitter-Seite am Mittwoch. Der Terrorismus sei eine globale Bedrohung, die gemeinsam bekämpft werden müsse, fügte Sarif hinzu.

+++ 8.23 Uhr: Flugverkehr in Frankfurt kaum beeinträchtigt +++

Der Anschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen hat sich auf den Flugverkehr in Frankfurt kaum ausgewirkt. Am Dienstagabend sei ein Flug gestrichen worden, am Mittwoch würden drei Flüge aus Istanbul und zwei Flüge nach Istanbul gestrichen, erklärte Flughafenbetreiber Fraport am Mittwochmorgen auf Anfrage.

+++ 8.11 Uhr: Schwere Explosionsschäden im Flughafenterminal +++

Nach dem Terrorangriff gibt es auch in dem Gebäudekomplex schwere Explosionsschäden. Eine dpa-Reporterin im Flughafen sagt, besonders schwere Schäden gebe es dort, wo Reisende nach der Landung in der Türkei aus dem Sicherheitsbereich kommen und von Wartenden in Empfang genommen werden. Dort seien die weißen Kunststoffplatten der Deckenverkleidung vollständig heruntergerissen worden. Die Decke weise Rußspuren auf. Scheiben in dem Bereich seien zersplittert, einige schienen Einschusslöcher aufzuweisen.

+++ 7.45 Uhr: Keine Flüge von Berlin-Tegel nach Istanbul +++

Am Mittwoch gibt es keine Flüge von Berlin-Tegel nach Istanbul. Dies sagt Flughafensprecher Lars Wagner der Deutschen Presse-Agentur. Regulär wären es am Mittwoch fünf Flüge. Ob davon noch welche stattfinden werden, sei eine Entscheidung der Fluggesellschaften. Ob es Flüge von Istanbul nach Tegel geben werde, ist laut Wagner ebenfalls noch unklar. Am Atatürk-Flughafen hingegen wurde der Luftverkehr wieder aufgenommen. Erste Flüge von Turkish Airlines landeten am frühen Morgen. Der Sender CNN Türk berichtete, Reisende könnten inzwischen auch wieder ins Terminal. Der Angriff sorgt allerdings für ein massives Chaos im Flugverkehr. Turkish Airlines streicht für Mittwoch mehr als 340 Flüge. Die Airline bietet allen Reisenden mit Buchungen von oder nach Atatürk Airport an, die Flüge kostenlos umzubuchen oder zu stornieren.

+++ 6.52 Uhr: Flugverkehr in Istanbul wieder begonnen - Hunderte Flüge gestrichen +++

Nach dem verheerenden Terroranschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen ist der Luftverkehr am Mittwoch wieder aufgenommen worden. Erste Flüge von Turkish Airlines landeten am frühen Morgen. Der Sender CNN Türk berichtete, Reisende könnten inzwischen auch wieder ins Terminal. Der Angriff sorgt allerdings für ein massives Chaos im Flugverkehr.

Turkish Airlines strich für Mittwoch mehr als 340 Flüge. Die Airline bot allen Reisenden mit Buchungen von oder nach Atatürk Airport an, die Flüge kostenlos umzubuchen oder zu stornieren. In der Nacht waren etliche ratlose Reisende vor dem Flughafen gestrandet, die vor den Terrorangriffen aus dem Terminal geflohen waren. Nach dem Angriff hatte Ministerpräsident Binali Yildirim den Flughafen noch in der Nacht besucht. Er hatte den Flughafen für landende und startende Flüge wieder für geöffnet erklärt.

Attentat auf Atatürk-Flughafen: 39 Tote bei Terroranschlag in Istanbul

jek / DPA / AFP