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Japan: 14 Kliniken weisen Unfallopfer ab - Patient tot

Unfalltragödie in Japan: Nach einem Zusammenstoß mit einem Motorrad hat ein Radfahrer mit schweren Verletzungen vor Ort ausharren müssen, weil 14 Kliniken seine Behandlung verweigerten. Als ihn schließlich ein Krankenhaus aufnahm, war es zu spät. Der 69-Jährige verblutete.

Ein Japaner ist nach einem Unfall von 14 Krankenhäusern abgewiesen worden und schließlich seinen Verletzungen erlegen. Ein Feuerwehrsprecher erklärte am Mittwoch, der 69-jährige Fahrradfahrer sei in der Stadt Itami im Westen des Landes mit einem Motorrad zusammengestoßen und habe Kopf- und Rückenverletzungen erlitten. Sein Zustand war nach dem Unfall am 20. Januar zunächst stabil, verschlechterte sich jedoch rapide. Er verblutete schließlich etwa eineinhalb Stunden nach der Einlieferung ins Krankenhaus.

Der Verletzte hatte zunächst im Krankenwagen am Unfallort gewartet, während die Einsatzkräfte bei den Krankenhäusern anfragten. Diese lehnten den Patienten jedoch ab und erklärten, sie verfügten nicht über ausreichend Spezialisten, Ausrüstung, Betten oder Pflegepersonal. Auch der bei dem Unfall verletzte Motorradfahrer wurde von zwei Krankenhäusern abgelehnt, bevor er schließlich zur Behandlung eingeliefert werden konnte. Er erholt sich von seinen Verletzungen.

Nach Regierungsangaben wurden 2007 mehr als 14.000 Notfallpatienten mindestens drei Mal von Krankenhäusern abgewiesen, bevor sie behandelt wurden. Im wohl schlimmsten Fall wurde in Tokio eine mehr als 70 Jahre alte Frau mit Atemproblemen 49 Mal abgelehnt.

AP / AP