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Betrug an Hartz-IV-Empfängern: Jobcenter-Mitarbeiter überwies 37.000 Euro aufs eigene Konto

Ein Angestellter des Jobcenters in Peine schickte vermeintlich offene Einmalzahlungen nicht an ehemalige Hartz-IV-Empfänger, sondern an sich selbst. Bei einer Innenrevision flog er auf.

Logo der Arbeitsagentur am Eingang zu einem Jobcenter

Das Jobcenter in Peine brachte einen Mitarbeiter auf krumme Gedanken (Symbolbild)

DPA

In nur wenigen Monaten soll ein Mitarbeiter des Jobcenters in Peine 37.000 Euro an die Seite geschafft haben: Er rechnete vorgeblich noch ausstehende Summen, die bereits in der Vergangenheit lagen, an ehemalige Hartz-IV-Empfänger ab. Doch statt sie auch an sie zu überweisen, landete das Geld auf seinem eigenen Konto.

Es habe sich dabei um kleine Beträge gehandelt, wie der Landkreis-Sprecher Henrik Kühn dem Sender NDR1 in Niedersachsen mitteilte, zum Beispiel um Geld für Heiz- oder Nebenkostenabrechnungen oder auch Gerichtskosten. Da es sich zudem um zurückliegende Einmalzahlungen handelte, fühlte sich der Mitarbeiter sicher, dass kein Kollege ihn durch einen Blick in die Akten enttarnen würde.

Betrügerei mit Folgen

Womit der Angestellte jedoch nicht gerechnet haben dürfte, war eine stichprobenartige Kontrolle durch die Innenrevision, der seine Aktivitäten auffielen. Wie Kühn dem NDR mitteilte, sei der Mitarbeiter inzwischen entlassen worden. Ferner sei er wegen Betruges angezeigt worden, die Staatsanwaltschaft ermittele bereits.

Dass es so einfach ist, sich als Jobcenter-Beschäftigter selbst zu bereichern, hat die Landeskreisverwaltung dazu veranlasst, über neue Arbeitsabläufe nachzudenken. Dazu soll laut NDR gehören, dass in Zukunft auch einmalige Zahlungen nach dem Vier-Augen-Prinzip kontrolliert werden.

Screenshot der change.org-Petition zu Jens Spahn
bal