Johannes Paul II. Termin für Papstwahl steht


Die Kardinäle haben sich in Rom auf einen Termin zur Wahl des neuen Papstes geeinigt. Am Donnerstag soll das auf Polnisch geschriebene Testament von Johannes Paul II. veröffentlicht werden.

Die Wahl des neuen Papstes beginnt am 18. April. Das kündigte Vatikansprecher Joaquín Navarro-Valls nach einer Sitzung der Kardinäle am Mittwoch in Rom an. Abstimmen werden vermutlich 116 Kardinäle aus der ganzen Welt. Der verstorbene Papst Johannes Paul II. hat den Namen des 2003 "in pectore" ernannten Kardinals nicht mitgeteilt. Zugleich sagte er, der Papst habe ein Testament in polnischer Sprache hinterlassen. Dieses solle an diesem Donnerstag veröffentlicht werden. Es umfasse etwa 15 Seiten.

In Rom wird die Menschenschlange vor dem Petersdom mit dem aufgebahrten Papst immer länger: Die Gläubigen müssen am Mittwoch bis zu zwölf Stunden warten, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Am Dienstag war noch von höchstens acht Stunden die Rede.

Die Menschenschlange ist mehrere Kilometer lang, die Ordnungskräfte hätten die Lage aber unter Kontrolle, hieß es. Das italienische Fernsehen spricht vom vermutlich größten Pilgeransturm in der Geschichte des Christentums. Mindestens zwei, möglicherweise bis zu vier Millionen Menschen werden bis zur Beisetzung von Johannes Paul II. am Freitag in der Ewigen Stadt erwartet.

Pilger am Rande des Zusammenbruchs

Das stundenlange Warten bringt offenbar viele Papst-Pilger an den Rand des Zusammenbruchs. Während der Nacht zum Mittwoch mussten die Malteser über 100 Pilger wegen Herzkreislaufproblemen, Unterzuckerung und Übermüdung behandeln, wie die katholische Hilfsorganisation am Mittwoch in Köln berichtete. "Viele Pilger sind zusammengebrochen, als sie nach Stunden des Wartens erfuhren, dass der Petersdom über Nacht geschlossen wird und sie nicht mehr zum Leichnam des Papstes hereinkönnen", berichtete Rainer Löb, Bundesarzt der Malteser. Zusammen mit drei Sanitätsteams aus Deutschland leistet er auf dem Petersplatz Erste Hilfe.

Neben diesem Frustrationsschock hätten auch die Kälte und der starke Wind in der Nacht negativ gewirkt, sagte Löb. Die Temperaturen seien auf 3 Grad gesunken. Viele der jüngeren und älteren Pilger seien darauf nicht vorbereitet gewesen. Sorgen bereitet dem Mediziner die Zeit bis zur Beerdigung. "Viele Pilger sind schon jetzt über ihre physische Grenze hinaus und haben keine Reserven mehr."

AP/DPA AP DPA

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