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Juden in Deutschland: Broder pöbelt über Zentralrat - und kandidiert

Der Zentralrat der Juden in Deutschland befindet sich in einem "erbärmlichen Zustand", wettert Henryk M. Broder in bewährter Manier. Auch deshalb will Broder Präsident des Zentralrates werden. Er hat jetzt seine Kandidatur angekündigt.

Der Berliner Publizist Henryk M. Broder kandidiert für das Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland. Das kündigt er in einem Beitrag für die Berliner Zeitung "Tagesspiegel" an. Broder strebt bei den Wahlen im kommenden Jahr die Nachfolge von Charlotte Knobloch auch deswegen an, weil sich die offizielle Vertretung der Juden in Deutschland seiner Meinung nach in "einem erbärmlichen Zustand" befindet.

Der streitbare Publizist stammt aus einer polnisch-jüdischen Familie. Er schreibt in erster Linie für den "Spiegel", "Spiegel Online" und den "Tagesspiegel". Der 63-Jährige ist aber auch Buchautor und zudem regelmäßig Gast in Talkshows. Broder liebt die Provokation. So exisiteren Bilder von ihm mit Palästinenserschal und Victory-Pose oder als "Dirty Henryk" mit riesigem Colt in der Hand.

Auch in seinem neuen Beitrag für den "Tagesspiegel" nimmt Broder kein Blatt vor den Mund. So trete der Zentralrat als "Reue-Entgegennahme-Instanz" auf und stelle "Unbedenklichkeitserklärungen" aus, wobei es "weder nach oben noch nach unten eine Schamgrenze" gebe. Besonders eine Ankündigung wird viele Juden auf die Barrikaden bringen: Als Präsident will sich Broder dafür einsetzen, dass die Holocaustleugnung als Straftatbestand aufgehoben werde. Auch will er sich um gute Beziehungen zu den Moslems in Deutschland bemühen, die für eine strikte Trennung von Staat und Religion eintreten.

ben