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Birmingham: Fremder steckt junger Mutter Geld zu - als Lob für gute Erziehung

Sammie Welch ist mit ihrem Sohn im Zug auf dem Weg von Birmingham nach Plymouth, als ihr ein Fremder einen Zettel und Geld zusteckt. Mit einem Dank und garniert mit einer Aufforderung

Sammie Welch, 23, mit Ken Saunders, 50, und ihrem dreijährigen Sohn Rylan

Sammie Welch, 23, mit Ken Saunders, 50, und ihrem dreijährigen Sohn Rylan

Es ist eine Geschichte, die ans Herz geht: Die alleinerziehende Mutter Sammie Welch ist mit ihrem dreijährigen Sohn Rylan im Zug unterwegs von Birmingham nach Plymouth. Plötzlich steckt ein Fremder der 23-Jährigen ein gefaltetes Papier zu. Das habe sie fallengelassen, sagt er und verschwindet.

Das gefaltete Papier entpuppt sich als eine Notiz mit einer Fünf-Pfund-Note (circa 6,70 Euro). Als Sammie Welch die Nachricht liest, ist sie zu Tränen gerührt: "Trinken Sie etwas auf meine Kosten. Sie sind ein Vorbild für Ihre Generation. Höflich und bringen Ihrem kleinen Jungen gute Manieren bei. Der Mann im Zug mit Brille und Hut. Haben Sie einen schönen Abend. P.S.: Ich habe eine Tochter in Ihrem Alter. Jemand hat einmal das Gleiche für sie getan! Ich hoffe, wenn sie Kinder hat, wird sie genauso eine gute Mutter sein wie Sie!"

Diese Notizen plus eine Fünf-Pfund-Note hinterließ Ken Saunders der jungen Mutter im Zug

Diese Notizen plus eine Fünf-Pfund-Note hinterließ Ken Saunders der jungen Mutter im Zug

Sie sucht den Fremden via Facebook

Die junge Frau ist so beeindruckt von dieser Nachricht, dass sie noch am gleichen Abend versucht, den Unbekannten via Facebook ausfindig zu machen. Sie bittet Freunde, Familie und Fremde, ihren Post zu teilen. In der Zeitung macht sie einen Aufruf. Und tatsächlich findet sie ihn.

Der mysteriöse Fremde ist Projektmanager Ken Saunders. Im Interview mit der englischen "Daily Mail", erzählt der 50-Jährige, dass er sich gezwungen sah, diese Nachricht zu schreiben.

"Ich dachte, sie ist eine tolle Mutter"

Er sei beeindruckt gewesen von der jungen Mutter und wie sie ihren Sohn erzog. "Er hustete und sie sagte: 'Halte dir die Hand vor den Mund'. Er fragte 'Was?' und sie sagte 'Sag Entschuldigung'. Es war sehr bewegend zu sehen, wie sie ihm gute Manieren beibrachte." Und er erinnert sich an eine weitere Szene: "Als es voller wurde im Zug und ihr Sohn schlief, zog sie ihn auf ihren Schoß, um Platz zu machen für andere Fahrgäste. Das hat mich sehr berührt. Ich dachte, sie ist eine großartige Mutter und ich fühlte mich an meine Kinder erinnert, als diese noch klein waren."

Saunders hat eine 20-jährigeTochter, die vor zwei Jahren an Silvester in Not geriet, und ebenfalls Hilfe von einem Fremden bekam. "Ich habe das nie vergessen und ich denke, so etwas zahlt sich am Ende aus."

Wiedersehen im Fernsehen

Sammie Welch ist "überwältigt", als sie die Nachricht liest. "Ich war geschockt, dass jemand, den ich nicht kannte und mit dem ich nicht einmal gesprochen hatte, so etwas macht", erzählt sie. "Ich wusste nicht, was ich getan hatte, dass er mir so etwas schreibt. Ich war total gerührt." Für sie ist der kleine Zettel von großer Bedeutung. "Es zeigt, dass es noch gute Menschen gibt und ich möchte ihn wissen lassen, dass ich sehr dankbar bin. Wir brauchen definitiv mehr Leute wie ihn, dann wäre die Welt wunderbar."

Ein Fernsehsender bringt die beiden schließlich wieder zusammen und endlich kann sich die Britin persönlich bei Saunders bedanken. "Es war sehr emotional", so Saunders über das Wiedersehen.

Die Fünf-Pfund-Note hat die junge Mutter auf das Sparkonto ihres Sohnes eingezahlt.

Jessica Kröll
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