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Kachelmann-Prozess: Zeit für die "sehr pikanten" Fotos

Warum hat das mutmaßliche Opfer von Jörg Kachelmann den Tatablauf so unvollständig geschildert? Dieser Frage wird nun das Gericht nachgehen. Dabei sollen auch "pikante Fotos" die Runde machen.

Die Verteidiger des wegen Vergewaltigung angeklagten Wettermoderators Jörg Kachelmann haben seine Ex-Geliebte befragt. Sie gehen davon aus, dass die 37-jährige Radiomoderatorin ihren langjährigen Freund falsch beschuldigt. Die für den Vergewaltigungsprozess am Landgericht Mannheim zentrale Zeugin wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen. Sie steht bereits am vierten Tag im Zeugenstand. Kachelmanns Verteidiger Reinhard Birkenstock lobte ausdrücklich die vorangegangene ausführliche Befragung der Frau durch das Gericht. Dadurch hätten sich viele Fragen der Verteidigung erübrigt.

Am Nachmittag will das Gericht erörtern, wieso es im Ermittlungsverfahren Lücken in der Aussage der Frau zum Ablauf der Vergewaltigung gab. Dazu soll der Psychotraumatologe Günter Seidler als Zeuge aussagen, der auch der Therapeut von Kachelmanns Ex-Freundin ist. Seidler, Leiter der Sektion Psychotraumatologie an der Universität Heidelberg, erklärt die Erinnerungslücken mit der Todesangst des möglichen Opfers als sie mit dem Messer bedroht wurde. Andere Gutachter widersprechen dem. Der vom Gericht beauftragte Berliner Psychiater Hans-Ludwig Kröber sieht keinen wissenschaftlich belegten Zusammenhand zwischen Traumatisierung und Gedächtnislücken. Wann Kröber als Sachverständiger gehört wird, ist noch offen.

Laut "Bild"-Zeitung will Anwalt Birkenstock den Prozessbeteiligten, allen voran dem mutmaßlichen Opfer, "sehr pikante" Fotos zeigen. Was genau auf den Bildern zu sehen ist, schreibt das Blatt leider nicht. Der protokollierte Chatverkehr zwischen ihr und Kachelmann soll in den Akten nachgelesen werden können.

DAPD/nik / dapd