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Kadir Nurman gestorben: Der Erfinder des deutschen Döners ist tot

Kadir Nurman gilt als derjenige, der den Deutschen den Döner im Fladenbrot brachte, doch patentieren ließ er sich seine Erfindung nie. Nun ist Papa Döner in Berlin gestorben.

Reich ist er nicht geworden, aber immerhin ein bisschen berühmt. Als Kadir Nurman Anfang der Siebzigerjahre nach Berlin kam, hätte er wohl nicht gedacht, dass sein Foto einmal durch die Medien gehen würde, wenn er stirbt. Fleischspieße gab es natürlich auch in der Türkei schon, doch Kadir Nurman soll der erste gewesen sein, der den Döner im Fladenbrot in Deutschland verkaufte. 1972 am Bahnhof Zoo war das, und der Döner bestand nur aus Fleisch und Zwiebeln.

Dass Nurman wirklich der erste war, ist über die Jahre immer wieder angezweifelt worden. Andere türkische Einwanderer meldeten sich und behaupteten noch früher dran gewesen zu sein. So ganz genau kann das wohl niemand mehr nachvollziehen, ein Patent auf den deutschen Döner gibt es nicht. Für den Verein türkischer Dönerhersteller jedenfalls ist Kadir Nurman die Nummer 1. Er zeichnete den Berliner 2011 für sein Lebenswerk aus.

Nurman nutzte die Gelegenheit um ein bisschen darüber zu schimpfen, was aus seiner puristischen Variante - nur Fleisch und Zwiebeln - im Laufe der Zeit geworden ist. Es seien viel zu viele Zutaten in den Dönern, sagte er. Wenn das Fleisch gut sei, brauche es keine Tomaten oder Gewürze. Hähnchenfleisch sei auch kein echter Döner. Auch die niedrigen Preise kritisierte Nurman. Stolz war dennoch: "Ich freue mich jedenfalls, dass heute so viele Türken vom Döner leben und Millionen Menschen Döner essen."

Im Alter von 80 Jahren ist Kadir Nurman am Donnerstag in Charlottenburg gestorben.

bak
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