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Kalifornien: Achtlings-Mutter beklagt frühere Einsamkeit

Die Medien hatten sich um sie gerissen, nun hat sie dem Drängen nachgegeben: In einem Interview mit dem TV-Sender NBC spricht die Mutter der in Kalifornien geborenen Achtlinge über ihre Kindheit - und verteidigt ihren Traum von einer riesigen Familie.

Knapp zwei Wochen nach der Geburt ihrer Kinder hat sich die Achtlingsmutter von Los Angeles erstmals selbst zu Wort gemeldet. Nach einer einsamen Kindheit als Einzelkind habe sie sich nach einer Großfamilie gesehnt, sagte Nadya Suleman in einem Interview mit dem US-Sender NBC. Ihr eigene Kindheit bezeichnete sie in dem Interview, von dem Teile bereits am Donnerstag ausgestrahlt wurden, als "ziemlich dysfunktional". Die volle Fassung kündigte der Sender für Montag an.

"Es war immer ein Traum von mir, eine große, eine riesige Familie zu haben", sagte die 33-Jährige. Sie habe sich nach "sicheren Verbindungen zu einem anderen Menschen" gesehnt, die ihr in ihrer Kindheit gefehlt hätten.

Geschiedene Ehe und drei Fehlgeburten

Sulemans Aussagen werfen indes Fragen auf, denn ihre Kindheit ist gut dokumentiert: Aus freigegebenen Unterlagen der Gesundheitsbehörden geht hervor, dass Suleman eine glückliche Kindheit und viele Freunde hatte. Ihre Eltern wurden als liebevoll und unterstützend beschrieben. Sie litt aber viele Jahre unter Depressionen, vor allem, nachdem sie bei Krawallen in einer Psychiatrie, in der sie arbeitete, eine Verletzung erlitten hatte, die zu jahrelangen Schmerzen führte. Wegen des Zwischenfalls erhielt sie wegen Erwerbsunfähigkeit zwischen 2002 und 2008 mehr als 165.000 Dollar. Auch ihre Ehe endete in dieser Zeit.

Den Unterlagen zufolge hatte Suleman jahrelang vergeblich versucht, schwanger zu werden und Kinder zu bekommen. Sie hatte drei Fehlgeburten, bevor sie 2001 nach einer künstlichen Befruchtung ihr erstes Kind bekam. Das sei "das Wunderbarste und Beste" gewesen, das ihr im Leben passiert sei, sagte sie einem Arzt.

Suleman, die bereits sechs weitere Kinder hat, sagte dem Sender NBC, alle Schwangerschaften seien durch künstliche Befruchtung entstanden. Samenspender sei ein Freund gewesen. Die Achtlinge waren am 26. Januar neuneinhalb Wochen vor dem Geburtstermin per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Es war erst der zweite Fall weltweit, in dem alle acht Kinder lebend geboren wurden.

Die Sensationsgeburt löste in den USA zunächst Begeisterung aus. Als aber bekannt wurde, dass die 33-jährige alleinstehende Mutter bereits sechs kleine Kinder hat, schlug der Jubel in Empörung um.

Die Neugeborenen sind weiterhin in einer Klinik, den Ärzten zufolge sind sie aber in einem stabilen Zustand. Sie atmen ohne fremde Hilfe und trinken Muttermilch.

DPA/AFP/AP / AP / DPA