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Kalifornien: Highschool eckt mit "Araber"-Maskottchen an

Eine Highschool in Kalifornien hat das Stereotyp eines Arabers als Maskottchen. Eine Anti-Diskriminierungsorganisation beschwert sich - sorgt damit für Diskussionen.

Ob überdimensional groß an den Außenfassanden oder als leibhaftige Figur bei den Football-Spielen - an einer Schule in Kalifornieren ist "der Araber" überall. Mit rauschendem Bart, dicken Turban und traditionellem Kaftan tanzt er mit den Cheerleaderinnen und erfüllt seinen Zweck. Denn "der Araber" ist das Maskottchen der "Coachella Valley Highschool" und das schon seit 80 Jahren. Doch jetzt hat ein Verein arabisch-stämmiger Amerikaner davon Wind bekommen und kritisiert: Dieses Maskottchen sei diskriminiernd.

Anfang November hat sich das arabisch-amerikanische Anti-Diskriminierungskommitee (ADC) in einem offenen Brief an die zuständige Schulbehörde gewandt. Darin mahnt der Vorsitzende Abed Ayoub, das von der Schule verbreitete Bild eines Arabers manifestiere Vorurteile und sei alles andere als zeitgemäßig. "'Der Araber' stigmatisiert Millionen Araber, die in diesem Land leben". Er fordert: "Das Maskottchen gehört abgeschafft."

Nach einem Bericht von CNN sorgt der Fall nun für Aufsehen, fügt er sich doch ein in die Debatte über den Umgang mit zweifelhaften Glücksbringern. So fordert die Gruppe "change the mascot", dass die erfolgreichen Footballer der "Washington Redskins" ihren Indianer durch ein weniger stereotypes Maskottchen ersetzen. Und zumindest bei Twitter bekommen beide Anliegen unter dem Hashtag #DropTheMascot breite Zustimmung.

"Wir sind stolz, Araber zu sein"

In der Schule selbst kann man die Aufregung kaum verstehen. "Das ist nicht diskriminierend gemeint", so der Vorsitzende des Alumni-Vereins der Schule, Rich Ramirez, gegenüber dem Lokalsender KESQ. "Wir wollen damit nur unsere Nähe zu den arabischen Ländern ausdrücken und zeigen, dass wir stolz darauf sind, auch Araber zu sein."

In der Tat erinnert das Coachella Valley mit seinen Palmen und dem trockenen Klima an Länder im Nahen Osten. Und genau wie dort wurden in dem Tal in den 1920ern Datteln angebaut. An dieser Verbindung habe man mit dem Maskottchen erinnern wollen, beteuert die Schule auf ihrer Webseite. Danyl Adams, Leiter der Schulbehörde und Adressat des Beschwerdebriefes, hofft deshalb, das Thema vernünftig diskutieren zu können. "Diese Debatte ist eine großartige Chance für unsere Schüler", so Adams gegenüber dem englischsprachigen Al Dschasira, "so werden sie für das Problem Rassismus sensibilisiert."

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