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Kardinal Georg Sterzinsky gestorben: "Gott ist immer größer"

Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky ist tot. Er starb am frühen Donnerstagmorgen im Alter von 75 Jahren, wie das Erzbistum Berlin mitteilte. Zahlreiche Vertreter aus Religion und Politik würdigten Sterzinskys Einsatz für das Zusammenwachsen Deutschlands sowie für Migranten und Flüchtlinge.

Er gehörte zu den eher leisen Purpurträgern: Der frühere Berliner Erzbischof, Kardinal Georg Sterzinsky, drängte sich ungern in den Vordergrund. "Gott ist immer größer" lautete sein Leitmotto. Sterzinsky, der Bischof in der ostdeutschen Diaspora, ist am Donnerstag im Alter von 75 Jahren gestorben. Schon zweimal war er operiert worden, seit längerer Zeit lag er im Krankenhaus.

Die Todesnachricht erreicht das Bistum in einem heiklen Moment. In diesen Tagen soll Sterzinskys Nachfolger im Bischofsamt bekanntgegeben werden. Die Suche hatte bereits vor einigen Monaten begonnen, nachdem Sterzinskys Rücktrittsersuchen vom Papst angenommen worden war. Am 22. September kommt Benedikt XVI. in die Stadt.

Mehr als 20 Jahre hatte der Ostpreuße in Berlin die Geschicke des Bistums mit knapp 400 000 Katholiken geleitet. Als Oberhirte zwischen Ostsee und Spreewald musste er sich in einer Welt von Protestanten, Muslimen und Nicht-Religiösen behaupten und zwischen den Mentalitäten der Katholiken im Osten und Westen der Stadt vermitteln. Im schrillen Berlin wirkte der eher stille Sterzinsky wie ein Ruhepol.

Die große Kirchenpolitik war seine Sache nicht. Als Nachfolger des heutigen Kölner Erzbischofs, Kardinal Joachim Meisner, schätzten die Menschen seinen persönlichen Ton. In Berlin setze Sterzinsky Akzente in der Migrations- und Asylpolitik. Zu DDR-Zeiten hatte er als Seelsorger, Geistlicher und Würdenträger die Verhältnisse im sozialistischen Staat mit ins Kalkül ziehen müssen.

Der am 9. Februar 1936 im ostpreußischen Warlack geborene und in der DDR aufgewachsene Theologe wurde 1960 zum Priester geweiht. Nach Stationen in Erfurt und Heiligenstadt übernahm er 1966 die Gemeinde St. Johannes Baptist in Jena, eine der größten Pfarrgemeinden der DDR. Als er 1981 zum Apostolischen Verwalter für das Kirchengebiet Erfurt-Meiningen ernannt wurde, übernahm er ein Amt, das von der deutschen Teilung gezeichnet war. Am 25. Juni 1989 wurde er zum neuen Bischof der dann nur noch wenige Monate geteilten Stadt ernannt.

Esteban Engel, DPA/AFP / DPA