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Katholische Kirche: Bischof Mixa will Auszeit offenbar beenden

Walter Mixa will wieder offensiver als Seelsorger wirken. Das kündigte der nach Prügelvorwürfen zurückgetretene ehemalige Bischof von Augsburg in einem Interview an. Dabei will er insbesondere junge Menschen ansprechen - auf Facebook und mit einer eigenen Homepage.

Der ehemalige Bischof von Augsburg, Walter Mixa, will nach Informationen des "Donaukurier" seine Auszeit beenden. Mit einer eigenen Homepage und in sozialen Netzwerken wie Facebook wolle der 69-Jährige vor allem junge Menschen ansprechen und für den Glauben gewinnen, sagte er in einem Interview mit der Zeitung in Ingolstadt. Er könne wie ein "Wanderbischof im Mittelalter" wirken - nur mit modernen Kommunikationsmitteln. Die Leute sollten "das angebliche Monster Mixa" kennenlernen.

Mixa war vor rund einem Jahr, im Frühjahr 2010, als Augsburger Bischof zurückgetreten. Ihm war vorgeworfen worden, in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder geschlagen und Geld zweckentfremdet zu haben. Daraufhin zog er sich auf Empfehlung von Papst Benedikt XVI. aus der Öffentlichkeit zurück; dieser hatte ihm eine Zeit "des Schweigens, der Sammlung und des Gebets" empfohlen.

Im Interview mit dem "Donaukurier" bestritt Mixa die Prügelvorwürfe. "Prügelstrafen sind nicht vorgekommen. Allerdings war es ein Fehler, dass ich nicht gleich auch mögliche Ohrfeigen eingeräumt habe. Aber das war keine Lüge, sondern eine Sache der Erinnerung. Das liegt ja Jahrzehnte zurück. Ich bleibe dabei: Eine Ohrfeige ist keine Prügelstrafe."

Mixa betonte, dass er "schweren Herzens" selbst auf das Bischofsamt der Diözese Augsburg verzichtet habe, aber: "Ein Bischof bleibt Bischof."

kng/DPA / DPA