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Katholische Kirche: Kardinal Meisner will Amt abgeben

Kardinal Meisner will in den Ruhestand gehen. Viele dürften aufatmen, denn der 79-Jährige ist umstritten, Kritiker gibt es viele. Köln hofft bereits auf Georg Gänswein als Nachfolger.

Neben der Klingel des Erzbischöflichen Hauses steht "Kardinal Meisner privat". Noch. In einem Jahr könnte der streitbare Kirchenmann schon ausgezogen sein, denn er steuert den Ruhestand an. Wenn er im September aus dem Urlaub kommt, will er in Rom sein Rücktrittsgesuch einreichen. Und diesmal ist er zuversichtlich, dass es angenommen wird.

Die katholische Kirche ohne Joachim Meisner - das wird für manchen ein Grund zum Aufatmen sein. Der 79-Jährige gilt als der politisch unkorrekteste Kirchenmann der Republik. Das Lager seiner Gegner ist groß. "Hassprediger", "Fundamentalist", "Gotteskrieger" - das sind nur einige Bezeichnungen, die ihm Politiker und Medien mitgegeben haben. Meisner bewegt die Gemüter. Ohne ihn wird die katholische Kirche in Deutschland weniger sichtbar sein.

Der gebürtige Schlesier steht seit 1989 an der Spitze eines der reichsten Bistümer der katholischen Welt. #link;http://www.stern.de/politik/geschichte/papst-johannes-paul-90339612t.html:Papst Johannes Paul II.# ernannte ihn damals zum Erzbischof von Köln. Dort war man entsetzt. Meisner stellte sich den Kölnern charakteristisch direkt mit den Worten vor: "Ihr habt mich nicht gewollt, und ich wollte auch nicht zu euch." Er wäre lieber in Berlin geblieben. Bis heute passen der Verteidiger der reinen Lehre und die gern über die Stränge schlagenden Rheinländer nicht so recht zusammen.

Überraschender Meinungsumschwung bei "Pille danach"

Allerdings kann sich Meisner auch bewegen, wenn es sein muss. Das bewies er noch in diesem Jahr, als er im Streit um die "Pille danach" einen aufsehenerregenden Schwenk vollzog. Seitdem dürfen katholische Krankenhäuser vergewaltigten Frauen die "Pille danach" verschreiben. Meisner entschied das weitgehend im Alleingang, die anderen Bischöfe zogen später nach. "Wenn ein Haus brennt, kann ich nicht erst alle Bischöfe zusammentrommeln", sagt er dazu.

So stellte Meisner noch einmal seine Durchsetzungskraft unter Beweis. "Auch wenn man die Zähne verliert, kann man bissig bleiben", sagte er im April vor einem Zahnarzttermin. Altersmilde will er nicht sein.

Dennoch plant er nun seinen Ruhestand. Er scheint schon in Abschiedsstimmung, wenn er in seiner Wohnung gedankenverloren ein Bild von der Wand nimmt, das ihn zu DDR-Zeiten zeigt. Über seinen Nachfolger habe er weder mit Papst Benedikt noch mit dem neuen Papst Franziskus je gesprochen, sagt er.

Meisner hofft auf schnelle Wahl seines Nachfolgers

Vielleicht ist es ja der richtige Posten für Georg Gänswein, den Privatsekretär Benedikts, der seit Anfang dieses Jahres auch Erzbischof ist. Darüber wird jedenfalls spekuliert. Gänswein wäre wohl jemand, der ankäme in der Medienstadt Köln: ein Kirchenmann mit "Dornenvögel"-Ausstrahlung, so heißt es bereits in Anspielung auf den US-Fernsehklassiker mit Richard Chamberlain als Pater Ralph.

Meisner hofft, dass sich die Wahl seines Nachfolgers nicht so lange hinziehen wird wie seine eigene, die eineinhalb Jahre in Beschlag nahm. Für die Öffentlichkeit sah es damals so aus, als ließen es die Kölner Domherren auf eine Machtprobe mit Papst Johannes Paul II. ankommen. Sie konnten sich auf keinen der drei Kandidaten einigen, die ihnen der Vatikan zur Auswahl vorlegte. Schließlich änderte der Papst die Kölner Wahlordnung. Das war 1988, noch vor dem Fall der Mauer.

Im Ruhestand will Meisner seine Memoiren schreiben, er hat damit schon angefangen. Es dürfte ein schonungsloses Buch werden, denn was andere von ihm denken, kümmert ihn wenig. Für ihn zählt letztlich nur das große Feedback von ganz oben. Und das lässt noch eben auf sich warten.

fle/Christoph Driesse, DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.