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Unterfranken: Katholischer Pfarrer bricht Gottesdienst wegen Reformerinnen von "Maria 2.0" ab

Eklat zwischen Kirchenreformerinnen und Traditionalisten: Ein Pfarrer in Unterfranken hat einen Gottesdienst abgebrochen, weil 20 Frauen in der Kirche unter anderem für die Abschaffung des Zölibats demonstrierten.

Der Pfarrer war im Messgewand auf die Frauen zugestürmt und hatte sie aufgefordert, die Kirche zu verlassen (Symbolbild)

Der Pfarrer war im Messgewand auf die Frauen zugestürmt und hatte sie aufgefordert, die Kirche zu verlassen (Symbolbild)

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Am Rande des katholischen Feiertages Mariä Himmelfahrt ist es in einer Kirche in Unterfranken zu einem Eklat zwischen Kirchenreformerinnen und Traditionalisten gekommen. Pfarrer Andreas Heck habe den Gottesdienst in Forst bei Schweinfurt abgebrochen, nachdem rund 20 Frauen der Bewegung Maria 2.0 meist in weiß gekleidet in den ersten Reihen Platz genommen und auf ihre Belange aufmerksam gemacht hätten, berichteten übereinstimmend der Bayerische Rundfunk und die "Main-Post".

Maria 2.0 will Kirche von innen reformieren

Maria 2.0 ist von katholischen Frauen ins Leben gerufen worden, die die katholische Kirche von innen reformieren wollen. Unter anderem treten sie bundesweit für Frauen in Priesterämtern, die Abschaffung des Zölibats sowie die rückhaltlose Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe in der Kirche ein. Ihr Aufbegehren hatte in der Vergangenheit zu innerkirchlichen Diskussionen und Debatten geführt.

Ein Protest Maria 2.0 des Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) des Diözeseverband Rottenburg-Stuttgart im Juli

Ein Protest Maria 2.0 des Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) des Diözeseverband Rottenburg-Stuttgart im Juli

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Pfarrer stürmte im Messgewand auf Frauen zu

Vor der Messe am Mittwochabend hatte die Ortsvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes, Gabi Gressel, versucht, die Gemüter zu beruhigen, wie sie der "Main-Post" sagte. Daraufhin sei Pfarrer Heck im Messgewand auf die Frauen zugestürmt und habe sie aufgefordert, die Kirche zu verlassen. Anschließend habe er den Gottesdienst abgebrochen. Der Pfarrer war am Freitag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Katholiken in weiten Teilen Bayerns hatten am Donnerstag mit dem Feiertag Mariä Aufnahme in den Himmel begangen. Der Feiertag spaltet Bayern – in den protestantischen Gegenden vor allem in Ober- und Mittelfranken wird er nicht gefeiert.

she / DPA