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Kindesmissbrauch auf Campingplatz: Jahrelang weggeguckt - wie die Behörden beim Missbrauchsskandal von Lügde versagt haben

Je tiefer die Ermittler graben, desto größer wird das Entsetzen: über das, was Kindern auf einem Campingplatz in Lügde widerfuhr – und über das Versagen der Behörden.

Kindesmissbrauch in Lügde: Unfassbare Details treten zutage

Nach und nach hat der mutmaßliche Haupttäter Andreas V. den Wohnwagen auf seiner Parzelle mit einem Bretterbau umkleidet (rechtes Bild, Mitte). Rechts davon steht ein zweiter Camper, in dem er eine Art Spielzimmer einrichtete. Das Gebäude oberhalb des zweiten Wohnwagens gehört nicht zu V.s Grundstück. V.s mutmaßlicher Komplize Mario S. (l.) hat eine Behausung auf demselben Campingplatz.

Endlich kommt eine Hundertschaft angerückt und tut, was zu tun ist. Sperrt mit stabilen Baugittern das Areal auf dem Campingplatz ab, um das vorher nur ein Plastikband flatterte. Setzt einen Spürhund ein und durchforstet den Caravan des mutmaßlichen Täters erneut. Der Schäferhund findet, was bei vorherigen Durchsuchungen durch die Ortspolizei übersehen wurde: einen weiteren USB-Stick. Endlich funktioniert hier mal etwas so, wie es soll.

Seit publik wurde, dass sich ein Dauercamper in Nordrhein-Westfalen über Jahre hinweg an Kindern vergriffen hat, vergeht kaum eine Woche ohne neue Details zu dem monströsen Fall: Mindestens 31 Mädchen und Jungen soll der Hauptverdächtige missbraucht und dabei gefilmt haben, die Ermittler gehen von 1000 Einzeltaten aus. 900.000 Bilder und 27.000 Videos hat die Kripo bislang beschlagnahmt. Und ebenso verstörend wie die Taten selbst wirken die Umstände, die sie begünstigt haben. Andreas V., einem alleinstehenden Hartz-IV-Empfänger, wurde vom Jugendamt eine Pflegetochter zugesprochen, auch sie ist unter den Opfern. Hinweise, die auf eine Gefährdung des Mädchens deuteten, ließen Amt und Ortspolizei versanden. Und sogar bei den laufenden Ermittlungen setzt sich die Kette von Pannen und Fehlern fort. So verschwanden Asservate – ausgerechnet aus einer Polizeidienststelle.

Gemeinde Lügde-Elbrinxen

Wo fängt man also an bei diesem Skandal, dessen Wirrungen mittlerweile die gesamte Landespolitik von Nordrhein-Westfalen in Atem halten? Wie lassen sich Erklärungen finden für ein Verbrechen, das kaum zu fassen ist?

Der Weg zum Tatort führt von der Hauptstraße aus gut 20 Meter einen Hügel hinauf. Zwischen Wiesen und einem Waldstück liegt am Rande der ostwestfälischen Gemeinde Lügde-Elbrinxen das Campinggelände "Eichwald", hier hatte der mutmaßliche Täter Andreas V. seinen Wohnsitz. Auch ein zweiter Verdächtiger besaß einen Wagen auf dem Platz, bei einem Dritten, wohnhaft im norddeutschen Stade, wurden kinderpornografische Aufnahmen gefunden, die hier entstanden sind.

Andreas V.s Campingwagen und das Vorzelt sind nicht einsehbar. Er hat sie verborgen hinter einem aus Holzbrettern und Platten zusammengenagelten Provisorium mit schiefen Fenstern – einer Bruchbude, in deren Innerem die Polizei ein Chaos vorfand. Schmutzige Wäsche stapelte sich auf dem Boden, die Duschkabine diente angeblich als Katzenklo. Im vorderen Bereich der Behausung stand ein altes Sofa, auf das V. oft sein Kamerastativ ausgerichtet hatte. Im Campingwagen dahinter schliefen der 56-Jährige und seine Pflegetochter.

Andreas V.s Baracke, abgesperrt von der Polizei

Andreas V.s Baracke, abgesperrt von der Polizei

Als Andreas V. am 6. Dezember 2018 aus der Bretterbude abgeführt wird, hat er beinahe drei Jahrzehnte auf dem Platz gelebt. Seine Eltern waren Ende der 80er Jahre mit ihrem Sohn von Duisburg aus dorthin gezogen. Sie wollten ihren Ruhestand genießen und kauften dafür einen brandneuen Wohnwagen und ein Vorzelt. "Das waren nette Leute", erzählt ein Nachbar. "Jeder, der vorbeikam, wurde auf ein Bier eingeladen." Die Parzelle sei "tipptopp in Schuss" gewesen.

Andreas V. ist Mitte 20, als er mit in den elterlichen Campingwagen zieht – ein hochgewachsener Typ, stark übergewichtig, bis er sich den Magen verkleinern lässt, wie Bekannte berichten. Ohne festen Job. Und angeblich bis auf zwei kurze Affären offenbar auch ohne Partnerin.

Als seine Eltern sterben, bleibt V. in dem Caravan wohnen. Der Platzbetreiber überträgt ihm kleine Aufgaben: V. schneidet Hecken, hackt Holz, schleppt Gasflaschen. Die Camper wundern sich, dass er keine richtige Arbeit hat und Stütze bezieht, aber er ist "immer freundlich und hilfsbereit".

"Addi war wie ein Onkel für mich."

Er beginnt, die Bretterbude zu bauen, die ihn vor den Blicken der Außenwelt schützt. Was den Nachbarn jedoch nicht verborgen bleibt, ist sein Hang, möglichst viel Zeit mit Minderjährigen zu verbringen, vor allem mit Mädchen. Sie sind aus der Nachbarschaft, bringen Freundinnen mit, nennen ihn "Addi". "Die kamen oft aus benachteiligten Familien", erzählt ein Tierarzt, der mit seiner Familie neben dem Campingplatz wohnt. "Ich glaube, die Eltern waren froh, sie los zu sein."

Und den Kindern wird etwas geboten: In einem ausrangierten Wohnwagen richtet V. eine Art Spielzimmer ein. Er stellt ein Trampolin auf und besorgt ein Quad, kurvt mit den Kindern übers Gelände. Im Sommer geht er mit ihnen gegenüber ins Freibad oder grillt Stockbrote über dem Feuer. Die Eltern lädt er dazu ein.

Der stern hat zwei junge Frauen getroffen, die als Kinder regelmäßig bei Andreas V. waren. Katja* erzählt, dass "Addi" den Kindern ein Pferd schenkte, das er angeblich vor dem Schlachter gerettet hatte. Es fand einen Stallplatz nebenan beim Tierarzt. "Uns erschien das wie der Himmel auf Erden. Addi war wie ein Onkel für mich."

Andere Camper waren erstaunt, als V. ein Pflegekind bekam – vor allem wegen der prekären Wohnsituation

Andere Camper waren erstaunt, als V. ein Pflegekind bekam – vor allem wegen der prekären Wohnsituation

Die andere Frau erinnert sich, dass "Addi" manchmal anzügliche Sprüche machte. "Hast 'nen geilen Arsch!", solche Sätze. Aber er habe sie nie angefasst. Dafür wurde Katjas damals achtjährige Schwester zum Opfer. Nach V.'s Verhaftung offenbarte sich die mittlerweile erwachsene Frau der Familie. "Er hat mich als Köder benutzt, um an die Kleineren zu kommen", sagt Katja.

In der Rückschau mag irritieren, dass Eltern ihre Kinder überhaupt unbeaufsichtigt zu Andreas V. ließen. Doch damals hatte V.s randständige Camper-Existenz einen vertrauenerweckenden Anstrich. "Addi" arbeitete quasi als Platzwart. Morgens gingen er und der Tierarzt gemeinsam mit ihren Hunden raus, auch der Sohn des Tierarzts spielte bei V. Katja erzählt, ihre Eltern hätten keine Bedenken gehabt, sie zu "Addi" zu lassen, weil ja auch viele Freundinnen dorthin gingen. V. war kein Freak, um den man einen Bogen machte.

Wie konnte das passieren?

Wer in diesen Tagen Platzeigentümer Frank Schäfsmeier besucht, trifft auf einen Mann, den seit Wochen die immer gleichen Fragen quälen. Wie konnte das passieren? War er blind? Naiv? Er nimmt es persönlich, wenn Innenminister Herbert Reul (CDU) im fernen Düsseldorf sagt, selbst seine Oma hätte gemerkt, dass da was nicht stimmen konnte. "Auch meine Kinder haben früher bei diesem Mann gespielt", verteidigt sich Schäfsmeier matt. "Glauben Sie, ich hätte das zugelassen, wenn ich irgendetwas geahnt hätte?"

Es muss im Sommer 2016 gewesen sein, da ändert sich die Szenerie auf dem Platz. Andreas V. ist voller Elan. Er erzählt herum, er wolle die Pflegschaft für ein Mädchen übernehmen, ein richtiger Papa werden, die Mutter habe ihm die Kleine sozusagen "geschenkt". Mit den Ämtern sei er darüber in guten Gesprächen.

Tatsächlich kommen fortan regelmäßig Mitarbeiter der amtlichen Fürsorge, sie besuchen V. in seiner Behausung. Das blonde Mädchen, für das sie sich interessieren, ist auf dem Gelände gut bekannt. Es heißt Lea* und ist zu diesem Zeitpunkt vier Jahre alt.

Vater Jens Ruzsitska schlug 2016 Alarm, als Andreas V. sich auf einem Gartenfest an kleine Mädchen heranmachte

Vater Jens Ruzsitska schlug 2016 Alarm, als Andreas V. sich auf einem Gartenfest an kleine Mädchen heranmachte

Schon Leas Mutter hat bei "Addi" ihre Freizeit verbracht, sie stammt aus schwierigen familiären Verhältnissen, wird mit 16 Jahren schwanger. Sie will nicht mit der Presse sprechen.

Leas Mutter gibt ihr Kind immer häufiger bei Andreas V. ab. Sie sei damals ein sprachlich zurückgebliebenes Kind gewesen, erzählt der Tierarzt: "Bei Andreas hat sie sich positiv entwickelt. Wenn sie ihn sah, riss sie die Arme hoch und rief: Papa, Papa."

Trotzdem sind die Leute auf dem Campingplatz erstaunt, als "Addi" tatsächlich die Pflegschaft bekommt. Platzbetreiber Schäfsmeier sagt, er habe das damals kaum fassen können: "Nicht etwa wegen eines Verdachts, er könnte dem Kind etwas antun." Sondern allein wegen der prekären Wohnsituation. "Wie sollte das denn gehen, in so einer Bude?"

Campingplatz Eichwald

Zur Tragik dieses Falls gehört, dass die involvierten Ämter für das Elend, das Lea erleiden musste, mitverantwortlich sind. Das Mädchen hätte einem Mann wie Andreas V. schon aus formalen Gründen nicht zugesprochen werden dürfen.

Zum einen war dauerhaftes Wohnen auf Campingplätzen seinerzeit zwar mancherorts geduldet, es verstieß aber gegen Baurecht. Ab 2013 ging das Land NRW gezielt gegen illegale Dauerbewohner vor. Zum anderen fehlten V. die wirtschaftlichen Voraussetzungen, die Pflegeeltern gemeinhin erfüllen müssen. Zwar existieren keine bundeseinheitlichen Standards. Die meisten Landesjugendämter geben jedoch Ausschlusskriterien vor, fordern etwa ein tadelloses Führungszeugnis. Vor allem aber darf das Pflegegeld von monatlich bis zu 900 Euro finanziell keinen Anreiz bieten, ein Kind zu übernehmen. Daraus folgt, dass Langzeitarbeitslose in aller Regel keine Kinder aufnehmen können.

"Nach unseren Standards wäre dieses Kind nicht an diesen Mann gegeben worden", sagt Jugendamtsleiter Karl-Eitel John vom nordrhein-westfälischen Landkreis Lippe, in dessen Einzugsbereich der Campingplatz Eichwald liegt. Das Problem: John war leider nicht zu ständig. Denn die Pflegschaftsentscheidung orientierte sich an der Wohnadresse der Mutter. Die lag zu dieser Zeit zwar nur 15 Auto-Minuten vom Eichwald entfernt – aber bereits jenseits der Grenze zu Niedersachsen. Und dort verfährt man bei der Elternauswahl offenbar deutlich laxer.

Die Bretterbude von Mario S. am oberen Ende des Campingplatzes

Die Bretterbude von Mario S. am oberen Ende des Campingplatzes

Der zuständige Landrat, Tjark Bartels in Hameln, gibt an, sein Jugendamt habe "darauf hingewirkt", dass V. eine feste Wohnung anmiete. Das trifft nur bedingt zu: Tatsächlich unterschrieb V. mit einiger Verzögerung einen Mietvertrag für eine Bleibe im Ort, zog dort aber nie ein. Das war auch der Behörde bekannt.

Noch unbegreiflicher ist, dass Lea einem Mann übergeben wurde, gegen den vor der Genehmigung der Pflegschaft mindestens vier Hinweise auf sexuellen Missbrauch vorlagen. Hier greifen das Versagen des Jugendamts und das Versagen der Polizei auf fatale Weise ineinander.

"Vorgangsbearbeitungssystem"

Die jetzt vom Innenministerium eingesetzte Ermittlungskommission hat herausgefunden: Unter dem Datum des 28. Januar 2002 wurde bei der Polizei im Kreis Lippe "der Verdacht eingetragen", dass Andreas V. ein "achtjähriges Mädchen missbraucht haben soll". Ob damals überhaupt ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, wird derzeit geklärt. Der zweite Hinweis auf sexuellen Missbrauch erfolgte im Jahr 2008, er findet sich in einem "Vorgangsbearbeitungssystem" der Kreispolizei und wurde nicht an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Acht Jahre später hatte Andreas V. mit dem Segen von Leas Mutter die Pflegschaft für das Mädchen beantragt, als ein dritter Hinweis bei der Polizei einging. Auf einem Gartenfest hatte V. mit Kindern gespielt. "Der hob die Mädchen hoch und griff ihnen dabei in den Schritt", sagt Jens Ruzsitska, der dabei war, dem stern. Als V. eine von Ruzsitskas Töchtern auf die Schulter nahm, habe er das Mädchen aufgefordert, seinen Rock hochzunehmen. Auf Ruzsitskas Frage, was das solle, habe V. gelacht und gesagt, er habe gern "kleine feuchte Mösen am Hals". So erzählt es Ruzsitska. Er habe Andreas V. damals einen Schlag ins Gesicht versetzt.

Der Keller des Hauses, in dem S. im westfälischen Steinheim wohnte. Die Kripo beschlagnahmte hier etliche Computer

Der Keller des Hauses, in dem S. im westfälischen Steinheim wohnte. Die Kripo beschlagnahmte hier etliche Computer

Vom angeblichen Wortlaut gibt es zwei Versionen. Laut einem Vermerk der Polizei in Blomberg soll V. zu Ruzsitska gesagt haben, "dass er es schön finde, wenn er kleine Mädchen, die mit Röcken bekleidet wären, auf den Schultern tragen würde und diese dabei schwitzten". Ruzsitska will den Fall hingegen in aller Drastik geschildert haben.

Fest steht, dass Ruzsitska eine Mitarbeiterin des Kinderschutzbunds über den Vorfall verständigte und diese wiederum das Jugendamt und die Blomberger Polizei. Doch die Beamten machten sich offenbar nicht einmal die Mühe, Andreas V. aufzusuchen. Nur das Jugendamt wurde um eine Stellungnahme gebeten, und das Amt fand an V. nichts auszusetzen. Jens Ruzsitska erinnert sich an den Anruf einer Jugendamts-Mitarbeiterin: "Sie sagte, bei Andreas V. sei alles in Ordnung. Ich solle vorsichtig sein mit dem, was ich über andere Leute sage, so was könne Verleumdung sein."

Kette von Fehlentscheidungen

Nur drei Monate später, noch immer wurde der Pflegschaftsantrag geprüft, ging ein vierter Hinweis ein. Diesmal erstattete eine Mitarbeiterin des Jobcenters Blomberg Anzeige, bei der V. gemeinsam mit Lea aufgetaucht war. Während V. Anträge ausfüllte, kam die Frau mit dem Kind ins Gespräch, das aus ihrer Sicht zu dünn angezogen war und einen hungrigen Eindruck machte. Besonders irritierend wirkte auf sie jedoch, wie V. über das Mädchen sprach. Nach einem Erinnerungsprotokoll der Amtsmitarbeiterin sollen Sätze gefallen sein wie: Lea "macht mich erst heiß, will kuscheln und dann doch nicht ... Frauen sind echt komisch". Oder: Lea "hasst den Geruch von Männern, diese würden alle stinken". Für Süßigkeiten würde "die" aber "alles machen".

Auch die Anzeige der Jobcenter-Mitarbeiterin gelangte nicht an die Staatsanwaltschaft. Stattdessen erkundigte sich die Kripo beim Jugendamt "nach dem Sachstand". Das Amt teilte mit, dass die "Begutachtungen und Ermittlungen vor Ort durch die eingesetzte Familienhilfe keine weitergehenden Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindes" erbracht hätten. Damit gab sich die Kripo zufrieden. Nur wenige Wochen darauf, im Januar 2017, wurde Andreas V. die Pflegschaft für Lea zugesprochen.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat eine Ermittlungskommission eingerichtet. Er sagt: "Meine Oma hätte gemerkt, dass da was nicht stimmt".

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat eine Ermittlungskommission eingerichtet. Er sagt: "Meine Oma hätte gemerkt, dass da was nicht stimmt".

Es ist eine bemerkenswerte Kette von Fehlentscheidungen. Aufseiten des Jugendamtes, aber auch aufseiten der Polizei, die trotz mehrfacher Hinweise und entgegen ihrer Verpflichtung nicht die Staatsanwaltschaft informierte. Heute kümmert sich eine spezielle Ermittlungskommission um die Verfehlungen in den Behörden. Bei acht Beschäftigten der Jugendämter besteht der Verdacht auf Verletzung der Fürsorgepflicht. Einem wird Aktenmanipulation vorgeworfen. Gegen eine Polizeibeamtin und einen pensionieren Polizisten wird wegen Strafvereitlung im Amt ermittelt.

Ein Ende findet der Kindesmissbrauch auf dem Campingplatz erst aufgrund eines fünften Hinweises. Im Oktober 2018 wendet sich eine Mutter an die Polizei: V. habe sich an ihrer neunjährigen Tochter vergangen. Die Aussagen sind sehr konkret, der Verdacht des mehrfachen schweren Missbrauchs erhärtet sich bei der Vernehmung des Kindes.

Ein dritter Campingwagen, der Andreas V. gehört, steht abseits auf einem Bauhof. Das Polizeisiegel ist gebrochen.

Ein dritter Campingwagen, der Andreas V. gehört, steht abseits auf einem Bauhof. Das Polizeisiegel ist gebrochen.

Nach jahrelangem Weggucken wird am 13. November 2018 endlich auch die Fürsorge ihrem Namen gerecht. Das Jugendamt nimmt Lea in Obhut. Anfang Dezember wird Andreas V. verhaftet, einen Monat später auch sein Komplize Mario S., der am oberen Ende des Campinggeländes einen Stellplatz hat. Aus der Bretterbude dort sowie aus einem Mietshauskeller transportiert die Kripo Dutzende Computer und Festplatten ab.

Gebrochenes Polizeisiegel

Platzbetreiber Frank Schäfsmeier stellt die Kreissäge ab und stützt einen Fuß auf den Holzstapel. "Die ganze Arbeit bleibt liegen", murrt er, "ich komme zu nichts anderem mehr." Er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass Ruhe einkehren möge auf seinem Platz. Doch damit ist vorerst kaum zu rechnen.

Wenige Schritte neben dem Holzstapel steht ein Campingwagen. Er ist in die Jahre gekommen, aber er wirkt fahrtüchtig, die Reifen haben noch ordentlich Druck. Auch dieser Wagen gehört Andreas V., ein potenzieller Tatort also. Er steht für jeden frei zugänglich auf dem Hof. Das Polizeisiegel an der Wagentür ist gebrochen.

*Name von der Redaktion geändert


kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(