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Kindheit mit Hartz IV: "Ich bin jetzt nicht mehr so oft traurig"

Im Oktober 2007 beeindruckte Pauline aus Rostock die stern.de-Leser. Die Elfjährige erzählte von ihrer Kindheit mit Hartz IV. Wir haben nachgefragt: Was ist aus dem Mädchen geworden?

Von Manuela Pfohl

Also eigentlich gibt es gleich drei große Neuigkeiten von uns zu berichten. Erstens hat Mama einen Job. Außerdem kriegen wir im Juli Nachwuchs und meine Schwester Juliane ist seit Beginn des Schuljahres in Neubrandenburg auf der Elite-Sportschule. Und ich bin deswegen ein Single-Zwilling geworden.

Ich hab nicht gedacht, dass sich soviel ändern kann, aber manchmal ist das eben so. Mit Mamas Job zum Beispiel war es immer so, dass es nicht klappte, obwohl Mama so viel versucht hatte. Und dann plötzlich klappte es doch. Erst konnte sie halbtags arbeiten und jetzt hat sie sogar einen richtigen Vollzeitjob bei einem häuslichen Krankenpflegedienst. Da ist sie zwar manchmal ganz schön geschafft, wenn sie abends nach Hause kommt, aber die Arbeit gefällt ihr sehr gut und das merkt man ihr auch an. Ich bin jetzt auch nicht mehr so oft traurig. Das liegt daran, dass alles zu Hause so gut läuft. Und wir freuen uns auch alle schon auf das Baby, aber das erzähle ich nachher.

Der Aufstieg von kik zu H&M

Zwar verdient Mama bei ihrer Arbeit nicht sehr viel, so dass sie immer noch Hartz IV dazu kriegt, aber ich hab zum Geburtstag trotzdem alles bekommen, was ich mir gewünscht habe: Eine Kette und ein Armband, eine CD von Green Day, die finde ich total cool, und Schuhe und Parfüm.

Also man sieht, mit dem Geld hat es sich bei uns schon sehr verbessert. Jetzt kann ich auch mal ins Kino gehen. Und manchmal kriege ich auch Geld wenn ich in die Stadt fahre, aber nicht immer. In den kik gehe ich fast gar nicht mehr. Ich kaufe jetzt meine Klamotten bei H&M.

Weil Mama einen festen Job hat, haben wir sogar einen Kredit gekriegt. Da haben Mama und Cem die Wohnung renoviert. Mein Zimmer sieht jetzt total toll aus. Und das Beste ist, ich hab das Zimmer ganz für mich alleine. Meistens jedenfalls, weil Juliane seit Anfang des Schuljahres in der Fußballklasse auf dem Sportgymnasium in Neubrandenburg ist. Sie wohnt im Internat und kommt nur am Wochenende nach Hause. Anfangs fand ich gut, dass sie in der Sportschule ist, weil ich total stolz auf sie bin, weil das schon beeindruckend ist, wie gut sie ist. Aber natürlich fehlt mir Juliane auch manchmal. Wir sind ja Zwillinge und da komme ich mir ganz schön verlassen vor.

Ich mache immer noch Handball aber nicht mehr im Verein, weil das mit den Schulzeiten nicht klappte, das war schade, denn ich würde das gerne wieder machen. Aber ich bin Cheerleaderin in einem Club. Das macht auch Spaß.

Ein Kind macht sich Sorgen um seine Mutter

Als Julianes Trainer gesagt hat, dass sie ein Fußballtalent ist und auf die Sportschule soll, hat Mama gesagt, dass wir erst mal alles genau rechnen müssen, weil das jeden Monat vierhundert Euro kostet. Aber dann hat der Verein gemeint, dass sie hundert Euro übernehmen und Mama hat gesagt, den Rest schaffen wir. Und so ist es auch.

Und dann kam schon die nächste Überraschung. Mama ist schwanger, das ist die neueste Neuigkeit. Wir wissen schon, dass es ein Junge wird. Auch Cem hat sich gefreut, dass er nun Papa wird.

Cem ist Türke. Mama hat ihn vor zwei Jahren kennengelernt und war total verliebt. Aber dann hat er sich von Mama getrennt. Und ich dachte, das ist so wie mit Masums Papa, als der abgehauen ist und ich dachte, Cem kommt auch nicht mehr zurück. Aber dann war er doch plötzlich wieder da und ich war erst total dagegen. Ich wollte nicht, dass er Mama noch mal traurig macht und natürlich, ich mache mir auch Sorgen, ob das hält. Aber inzwischen mag ich ihn auch, weil er viel für die Familie macht. Auch kochen. Und er hat meistens Zeit für uns, weil er im Winter keinen Job hat, da gibt es auf der Baustelle nämlich nichts zu tun.

Ich selber habe noch keinen Freund, das interessiert mich noch nicht so. Mir ist erstmal die Schule wichtiger. Ich gehe jetzt in die 7. Klasse und ich will mich weiter verbessern, weil ich unbedingt aufs Gymnasium will, und dort mein Abitur machen. Ich will von Anfang an nicht, dass ich Hartz IV kriege und dafür muss ich alles tun. Wenn alles klappt, möchte ich Richterin oder Polizistin werden. Das gefällt mir einfach. Da kann man Menschen helfen. Auch wenn sie mit Hartz IV Sorgen haben.

Die ganze Familie spendet für Haiti

Mit Hartz IV ist es nämlich ganz schön schwer. Ich denke schon, da muss was geändert werden, nehmen wir mal so eine große Familie wie wir, da muss man immer rechnen und das ist nicht leicht. Urlaub zum Beispiel wäre schön, das haben wir nur einmal gemacht, als uns jemand eingeladen hat. Dann nicht mehr. Ich fand es auch nicht richtig, dass ein Mann, der uns Geld geschickt hat, damit Mama uns was Schönes kaufen kann, Ärger bekam, weil die Arge gesagt hat, das ist verboten. Mama musste sogar unterschreiben, dass sie nie mehr Spenden annimmt. Weil das Amt ihr sonst das Hartz IV kürzt. Dabei ist es doch schön, wenn man Hilfe bekommt.

Wenn die Politiker sagen, dass die Hartz IV -Leute mit dem Geld nicht richtig umgehen und das nur versaufen und so, da sage ich, das kann man nicht für alle sehen. Natürlich, es gibt welche, die das manchmal so machen. Es gibt aber bestimmt auch viele, die alles dafür machen würden, um raus aus Hartz IV zu kommen. So wie Mama.

Ich hoffe, dass mir das nicht passiert mit Hartz IV oder sogar noch was Schlimmeres, wie bei den Leuten in Haiti. Wir haben uns das alles angesehen mit dem Spendenmarathon bei RTL und mein Bruder Masum war der erste, der fünf Euro gespendet hat, weil der immer Geld gibt, wenn was passiert, obwohl er erst neun ist. Und dann haben wir alle gespendet. Die ganze Familie. Ich hoffe, dass es was nützt.

Aber ich will auch bei uns in Rostock ehrenamtlich was machen. In diesem Jahr darf ich das erste Mal Ferienarbeit machen. Ich würde gerne als Krankenpflegerin arbeiten oder bei den Arbeitslosen. Mal sehen, ob das klappt und was in Zukunft noch so alles wird. Ich wünsche mir jedenfalls, dass meine Familie immer glücklich ist. Und das schaffen wir auch.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(