HOME

Kirchenstreit: Katholiken und Protestanten verständigen sich

Protestanten und Katholiken haben bei einem Spitzentreffen die jüngste Missstimmung wegen eines kritischen Papiers ausgeräumt. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, trafen sich am Mittwochabend zu einem mehrstündigen klärenden Gespräch in Karlsruhe.

Protestanten und Katholiken haben bei einem Spitzentreffen die jüngste Missstimmung wegen eines kritischen Papiers ausgeräumt. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, trafen sich am Mittwochabend zu einem mehrstündigen klärenden Gespräch in Karlsruhe. Das Verhältnis der Kirchen war zuletzt getrübt worden durch ein umstrittenes Referenten-Papier der EKD, das Kritik an der Haltung der katholischen Kirche übt. «Das Gespräch war erfolgreich und konstruktiv», sagte EKD-Sprecher Reinhard Marwick.

Beide Seiten seien davon überzeugt, dass das «beschädigte Vertrauen» wiederhergestellt werden könne und werde, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung nach dem Treffen. Den umstrittenen Entwurf bezeichnete die evangelische Seite als «Missgriff».

In dem internen Papier aus dem Kirchenamt der EKD über die Situation in der römisch-katholischen Kirche wurden dieser «irritierende Phänomene», «handwerkliche Fehler» und «grundlegende Unsicherheiten» diagnostiziert. Über Erzbischof Zollitsch war zu lesen, «eine orientierende und prägende Kraft» gehe nicht von ihm aus. Das Papier sei auf der Kirchenkonferenz führender Vertreter der evangelischen Landeskirchen am 2. Juli heftig kritisiert und zurückgewiesen worden, betonte Kirchensprecher Marwick erneut. Der Entwurf sei später «anonym, missbräuchlich und gezielt» verbreitet worden.

Für Verärgerung zwischen beiden Konfessionen hatte zuletzt 2007 ein Dokument des Vatikans gesorgt, in dem den Protestanten der Status als «Kirche im eigentlichen Sinne» abgesprochen worden war. In Deutschland selber waren Katholiken und Protestanten jedoch um ein gutes Miteinander bemüht. Nach Bekanntwerden des Referenten-Papiers hatte die Bischofskonferenz jedoch ihr halbjährliches Kontaktgespräch mit der EKD zunächst abgesagt. «In der aktuellen Situation hatte das Klärungsgespräch Vorrang vor der Einhaltung des regulären Sitzungsrhythmus», hieß es am späten Mittwochabend.

An dem Spitzentreffen in Karlsruhe nahmen neben Erzbischof Zollitsch und dem Ratsvorsitzenden Huber unter anderem auch der badische Landesbischof Ulrich Fischer sowie für die katholische Seite Kardinal Karl Lehmann und Bischof Gerhard Ludwig Müller teil.