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Klage einer Australierin gescheitert: Kein Schmerzensgeld für Sex-Unfall auf Dienstreise

Wilder Liebesakt: Eine australische Beamtin hat sich beim Sex während einer Dienstreise verletzt und forderte Schmerzensgeld von ihrem Arbeitgeber. Der Fall hat die Gerichte jahrelang beschäftigt.

Laut dem Obersten Gericht in Canberra gehört Sex nicht zu den normalen Vorkommnissen einer Dienstreise

Laut dem Obersten Gericht in Canberra gehört Sex nicht zu den normalen Vorkommnissen einer Dienstreise

Muss die Versicherung des Arbeitgebers für Arztkosten und Schmerzensgeld aufkommen, wenn sich ein Arbeitnehmer beim Sex auf einer Dienstreise verletzt? Nicht in Australien, entschied das höchste Gericht des Landes in Canberra. Es beendete mit seinem Urteil vom Mittwoch ein juristisches Gerangel, das sechs Jahre dauerte.

Eine Beamtin Ende 30 traf 2007 während einer Dienstreise einen Bekannten und nahm ihn nach dem Dinner mit auf ihr Motel-Zimmer. Die beiden liebten sich so leidenschaftlich, dass einer von ihnen eine Glaslampe hinter dem Bett griff und aus der Wand riss. Die Scherben verletzten die Frau an Mund, Nase und einem Zahn. Zudem litt die Beamtin nach eigenen Angaben später auch an einem posttraumatischen Stress-Syndrom und konnte nicht arbeiten.

Fall ging durch mehrere Instanzen

Weil sie sich auf Dienstreise befand und ihr Chef das Hotelzimmer gebucht hatte, machte die Frau einen Arbeitsunfall geltend und verlangte Schmerzensgeld. Sie wandte sich mit ihrer Forderung zunächst an die Behörde für Arbeitsplatzsicherheit im öffentlichen Dienst, Comcare. Comcare sprach ihr zunächst Schmerzensgeld zu, zog die Entscheidung dann aber wieder zurück. Der Fall landete vor Gericht. Vier Jahre lang beschäftigten sich mehrere Instanzen mit der Klage.

Das Oberste Gericht beschied jetzt, der Arbeitgeber habe das Sexualverhalten der Frau schließlich weder direkt noch indirekt veranlasst. Sex gehöre nicht zu den normalen Vorkommnissen einer Dienstreise, wie etwa duschen, schlafen oder essen.

"Die Frage ist, ob der Arbeitgeber den Angestellten zu der Tätigkeit, bei der die Verletzung erfolgte, aufgefordert hat", hieß es in dem Urteil. Die Mehrheit der Richter habe diese Frage mit Nein beantwortet. Arbeitsminister Eric Abetz begrüßte das Urteil gegen das nun keine Berufung mehr möglich ist als Sieg des gesunden Menschenverstandes. Unklar blieb zunächst, wer die erheblichen Gerichtskosten tragen muss.

cob/DPA/AFP / DPA