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Nach Todesfall in Köthen: Mann an Herzversagen gestorben, Details zu den Tatverdächtigen - die Pressekonferenz zum Nachlesen

Was genau passierte bei dem Streit in Köthen, in dessen Folge ein 22-jähriger Deutscher starb? In einer Pressekonferenz haben die Behörden ihre Erkenntnisse mitgeteilt. Lesen Sie alle wichtigen Details aus unserem Liveblog nach.

Sachsen-Anhalt: Zwei Tatverdächtige nach Köthener Todesfall in U-Haft

Nach dem Tod eines 22-jährigen in Köthen haben die Behörden ihre Erkenntnisse zu dem Fall mitgeteilt. Innenminister Holger Stahlknecht und Justizministerin Anne-Marie Keding (beide CDU) hatten für den späteren Vormittag (ab 11.30 Uhr) zu einer Pressekonferenz in Magdeburg eingeladen.

Der junge Mann war am Samstag nach einem Streit von zwei Männergruppen gestorben. Nach Angaben der Polizei erlag das Opfer einem akutem Herzversagen; ein Zusammenhang zu erlittenen Verletzungen besteht nach Polizeiangaben nicht. Ein Richter erließ am Sonntagabend Haftbefehl gegen zwei mutmaßlich an dem Streit beteiligte Afghanen wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge. Am Sonntagabend hatten sich rund 2500 Menschen an einer Kundgebung in der Kreisstadt in Sachsen-Anhalt beteiligt, zu dem rechte Gruppierungen in sozialen Netzwerken aufgerufen hatten (lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen).

Alle wichtigen Details aus der Pressekonferenz zum Nachlesen:

fs / DPA / AFP

Mann an Herzversagen gestorben, Details zu den Tatverdächtigen - die Pressekonferenz zum Nachlesen

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Gegen 22 Uhr sei es zu einer Auseinandersetzung zu "mindestens zwei Afghanen" und "mindestens zwei Deutschen" gekommen. Laut Obduktionsbericht habe der Tote eine schwere Herzerkrankung gehabt und sei an einem Herzinfarkt gestorben.

  • Florian Schillat
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    Nun meldet sich Justizministerin Anne-Marie Keding zu Wort.

  • Florian Schillat
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    "Zu dieser Transparenz gehört auch zu sagen, was wir bisher nicht wissen."

  • Florian Schillat
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    "Transparenz ist in Zeiten von 'Fake News' besonders wichtig", so Stahlknecht. Daher wolle man in dieser Pressekonferenz mitteilen, was man bisher zu dem Vorfall in Köthen weiß.

  • Florian Schillat
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    "Ich habe Verständnis dafür, dass die Betroffenheit nicht nur in Sachsen-Anhalt anhält", eröffnet Innenminister Stahlknecht sein Statement. "Gleichwohl bete ich um Besonnenheit." Man werde mit staatlichen Mitteln alles versuchen, den Fall aufzuklären und "alles tun und veranlassen", dass Betroffenheit auch Betroffenheit bleibe.

  • Florian Schillat
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    Die Pressekonferenz beginnt überpünktlich.

  • Florian Schillat
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    Innenminister Holger Stahlknecht und Justizministerin Anne-Marie Keding nehmen Platz. In wenigen Augenblicken dürfte die Pressekonferenz beginnen.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    In wenigen Minuten beginnt die gemeinsame Pressekonferenz von Innenminister Holger Stahlknecht und Justizministerin Anne-Marie Keding (beide CDU) in Magdeburg.

  • Florian Schillat
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    Der Staatsschutz prüft derweil das Demogeschehen von rechten Gruppen am Sonntagabend auf strafbare Inhalte. Das kündigte die zuständige Polizei in Dessau-Roßlau an. Es gehe unter anderem um den Vorwurf der Volksverhetzung, sagte eine Sprecherin. Hintergrund seien zahlreiche Meldungen in sozialen Netzwerken sowie Medienberichten, wonach ein Redner unter anderem von einem "Rassenkrieg" gesprochen hatte.

  • Florian Schillat
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    Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sich zu Wort gemeldet - und vor vorschnellen Bewertungen gewarnt. "Es scheint so zu sein, dass die Todesursache nach der Obduktion feststeht, aber dass der Tathergang - für mich jedenfalls - noch nicht ausreichend geklärt ist", sagte der CSU-Vorsitzende vor einer Parteivorstandssitzung in München. "Die näheren Tatumstände, was war die Ursache und wie hat sich das entwickelt, da wäre ich jetzt vorsichtig in der Bewertung", sagte er und betonte: "Und ich empfehle uns, wie in Chemnitz, dass wir Politiker auf die authentischen Ermittlungsergebnisse warten, bevor wir sie bewerten."

    Der Vorfall mache ihn schon betroffen, sagte Seehofer. "Wir müssen alles tun, dass wir die Dinge, die wir in diesen Tagen erleben, in unserem Rechtsstaat auch überwinden", betonte der Innenminister. "Es sind schlimme antisemitische Vorfälle, es ist Rechtsradikalität. Aber es sind auch Gewaltverbrechen, die von Zuwanderern durchgeführt werden. Wir müssen alle Herausforderungen annehmen und nicht das eine gegen das andere ausspielen."

  • Florian Schillat
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    Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die Reaktion der Politik und der Bevölkerung Köthens nach dem Tod eines 22-jährigen Deutschen gelobt. Er glaube nicht, dass ein zweites Chemnitz drohe, wo es große fremdenfeindliche Ausschreitungen gegeben hatte, sagte Haseloff vor Sitzungen der CDU-Spitzengremien in Berlin. Politik und Bürger hätten rasch reagiert, "von Anfang an klar Kante gezeigt" und sehr verantwortungsbewusst gehandelt.

  • Florian Schillat
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    Nach dem Tod eines 22-Jährigen hat sich der Köthener Oberbürgermeister Bernd Hauschild (SPD) erleichtert gezeigt, dass es bei Demonstrationen am Sonntagabend nicht zu Ausschreitungen wie in Chemnitz gekommen ist. "Aus meiner Sicht ist es gut ausgegangen", sagte Hauschild im ZDF-"Morgenmagazin". Es habe bei einem sogenannten Trauermarsch rechter Gruppen keine Krawalle gegeben, "das war gut". Aber "leider" seien viele Rechte in der Stadt in Sachsen-Anhalt gewesen, "die versucht haben, sich Gehör zu verschaffen".

  • Florian Schillat
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    Innenminister Holger Stahlknecht und Justizministerin Anne-Marie Keding (beide CDU) haben für den späteren Vormittag (ab 11.30 Uhr) zu einer Pressekonferenz in Magdeburg eingeladen, um weitere Erkenntnisse mitzuteilen. Wir halten Sie in unserem Liveblog über alle wichtigen Ereignisse rund um den Vorfall auf dem Laufenden.

  • Florian Schillat
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    Guten Morgen! Nach dem Tod eines 22-Jährigen in Köthen in Sachsen-Anhalt ist es am Abend in der Stadt zu Demonstrationen gekommen. Rund 2500 Menschen folgten nach Polizeiangaben einem Aufruf rechter Gruppen zu einem sogenannten Trauermarsch durch Köthen, es gab auch eine Gegenkundgebung. Politiker mahnten im Vorfeld zur Besonnenheit. Gegen zwei tatverdächtige Afghanen wurde am Abend Haftbefehl wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge erlassen. Sie kamen in Untersuchungshaft. Der 22-jährige Deutsche war in der Nacht zu gestern in Köthen gestorben. Er starb nach Ermittlerangaben durch Herzversagen; die Todesursache steht demnach nicht im direkten Zusammenhang mit den erlittenen Verletzungen.