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Konrad Zdarsa wird Mixa-Nachfolger: Herkulesaufgabe für den neuen Augsburger Bischof

Ungewöhnlich rasch hat der Papst den 66-jährigen Konrad Zdarsa zum neuen Augsburger Bischof ernannt. Nach vielen negativen Schlagzeilen über Kirchenskandale will Benedikt die katholische Kirche wieder in ruhiges Fahrwasser bringen.

Gottes Mühlen mahlen langsam, heißt es. Doch in der Augsburger Bischofsfrage hat Papst Benedikt XVI. aufs Tempo gedrückt: Nachfolger für den zurückgetreteten Augsburger Oberhirten Walter Mixa wird Konrad Zdarsa (66), bisher Bischof in Görlitz. Die neue Aufgabe gilt als große Herausforderung: Denn die Auseinandersetzungen um Mixa haben einen tiefen Riss im Bistum Augsburg hinterlassen.

Über das Tempo reiben sich selbst erfahrene Vatikanisten in Rom die Augen: Am 21. April bot Mixa - unter anderem wegen Prügelvorwürfen ehemaliger Heimkinder unter Druck geraten - seinen Rücktritt an. Am 8. Mai nahm der Papst das Rücktrittsgesuch an. Und auf den Tag genau zwei Monate danach ist nun bereits der Nachfolger Zdarsa ernannt.

Was oft bis zu einem Jahr dauert und sich fast unerträglich lange für das betroffene Bistum hinziehen kann, erledigte Benedikt hier also im Eilverfahren. Es brennt im Haus seiner Kirche, das plagt diesen Papst seit den Schlagzeilen um den nicht auf Deutschland beschränkten Missbrauchsskandal. Und dann kam in seinem Heimatland noch der "Fall Mixa" hinzu und rief nach einer schnellen Löschaktion.

Zdarsa wird am 23. Oktober offiziell in sein neues Amt eingeführt. Im Bistum Augsburg findet er einen Scherbenhaufen vor, die Debatte um Mixa hat tiefe Wunden geschlagen bei dessen Anhängern und Kritikern. Die große Frage sei, ob Zdarsa es schaffen werde, das Bistum wieder zusammenzuführen und zu einen, sagt der Vorsitzende des Augsburger Diözesanrats, Helmut Mangold. "Es ist eigentlich eine fast übermenschliche Herkulesaufgabe, das Bistum Augsburg wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen."

Als mögliche Mixa-Nachfolger wurden zwar auch der Augsburger Weihbischof Anton Losinger (52) und Domkapitular Bertram Meier (49) aus Kaufering gehandelt. Aber irgendwie erscheint es folgerichtig, dass der Papst mit Zdarsa einen Mann von fernab ausgesucht hat. Der kann vielleicht am besten die Wogen nach den schlimmen Turbulenzen wieder glätten. Hilfreich ist dabei, dass der Neue nicht erst zum Bischof geweiht werden muss, sondern dies schon ist. Da muss er sich nicht mühselig ins Bischofsamt einarbeiten, sondern kann gleich bei der Seelsorge aufs Gaspedal treten.

"Wir freuen uns auf unseren neuen Bischof", sagte der Augsburger Weihbischof Josef Grünwald am Donnerstag. "Wir versichern ihm unsere volle Loyalität und erbitten dies auch für die Mitbrüder im geistlichen Amt und die Gläubigen im Bistum." Diese zwar diplomatisch formulierten Worte sind ein unmissverständlicher Appell, die aufgerissenen Gräben im Bistum wieder zuzuschütten.

Er habe mit Zdarsa bereits telefoniert, sagte Grünwald. Der neue Oberhirte freue sich auf sein Amt und habe versichert, "dass er aus innerer Überzeugung nach Augsburg kommt". Grünwald machte deutlich, dass er Zdarsa für einen geeigneten Mixa-Nachfolger hält. "Er ist ein Mann, der mit beiden Füßen im Leben steht". Den 66-Jährigen dränge es zwar nicht immer in die Öffentlichkeit, meinte Grünwald. "Aber ich denke schon, dass er Hand anlegt, wo es sein muss."

Mit der schnellen Entscheidung des Papstes schließt sich ein Kreis. Denn seit Monaten liefert nichts so viel Gesprächsstoff und Stress im Vatikan wie das Vertrauenstief der Kirche im Gefolge der Skandale. Der Papst verfasste einen mahnenden Hirtenbrief an die Kirchenoberen in Irland, der nicht nur auf diese gemünzt war. Er traf sich, Tränen in den Augen, mit maltesischen Missbrauchsopfern, prangerte die Sünde in der Kirche als die schlimmste überhaupt an und bat um Vergebung. Die Augsburger Entscheidung rundet die päpstlichen Bemühungen um Schadensbegrenzung nun erst einmal ab. Bei der Bekanntgabe der Personalie war Benedikt selbst schon im Sommerurlaub - in der päpstlichen Residenz Castel Gandolfo südlich von Rom.

Jürgen Balthasar und Jochen Kaffsack, DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.