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Kritik von Greenpeace: Shell und Goldman Sachs erhalten Schmähpreis

Auch dieses Jahr übt die Umweltorganisation Greenpeace wieder Kritik an den Geschäftspraktiken mehrerer großer Konzerne. Shell und Goldman Sachs sind die diesjährigen "Gewinner" der Verleihung.

Die Schmähpreise der Umweltorganisation Greenpeace am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos bekommen in diesem Jahr die US-Bank Goldman Sachs und der britisch-niederländische Ölkonzern Shell. Goldman Sachs sei ein zentraler Akteur in der finanzgetriebenen Globalisierung, welche die Profite von wenigen mit explodierender Ungleichheit und Verarmung breiter Schichten bezahle, heißt es in der Begründung der Jury. Sie verwies zudem auf die "Derivate-Deals" der Bank, die Griechenland "in die Eurozone schummelten", und die Geschäfte auf den Rohstoffmärkten.

Shell bekam den Publikumspreis für seine "besonders kontroversen, risikoreichen und schmutzigen Ölförderprojekte". Der Konzern gehe auf der hochriskanten Suche nach fossilen Brennstoffen in der sensiblen Arktis "besonders aggressiv" vor, hieß es zur Begründung. Diese Suche sei erst durch den von Shell mitverursachten Klimawandel möglich geworden. Shell setze eines der letzten Naturparadiese aufs Spiel. An der Wahl zum Publikumspreis beteiligten sich online fast 42.000 Menschen.

Nominiert für die Schmähpreise von Greenpeace in der Schweiz waren neben Goldman Sachs und Shell der französische Atomkonzern Alstom, Coal India, das britische Unternehmen G4S, eine der größten Sicherheitsfirmen der Welt, der südafrikanische Bergbaukonzern Lonmin und der Schweizer Windanlagenbauer Repower. Im vergangenen Jahr hatten die US-Bank Barclays und der brasilianische Bergbaukonzern Vale die Schmähpreise bekommen.

amt/AFP / AFP