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Medienbericht aus Schweden: Kronprinzessin Victoria soll Opfer sexueller Belästigung geworden sein

Die Affäre um sexuelle Belästigung in der Schwedischen Akademie schreibt weiterhin Schlagzeilen. Nun sorgt ein Medienbericht für weiteren Aufruhr: Auch Kronprinzessin Victoria soll ein Opfer sein.

Medienbericht aus Schweden: Kronprinzessin Victoria soll sexuell belästigt worden sein

Einem Medienbericht zufolge wurde die schwedische Kronprinzessin Victoria (Archivbild) unsittlich berührt

Die Schwedische Akademie wird von einem Belästigungs- und Korruptionsskandal erschüttert. Die Jury für den Literaturnobelpreis verliert in ihrer nun ein weiteres Mitglied: Die Journalistin und Schriftstellerin Sara Stridsberg habe entschieden, ihre Arbeit niederzulegen, teilte die Akademie am Samstag mit. Damit sind von den ehemals 18 nur noch 10 Mitglieder aktiv. Weil sie nicht damit einverstanden waren, wie die Akademie mit den Vorwürfen umging, legten mehrere Mitglieder ihre Arbeit nieder oder verließen die Akademie inzwischen ganz.

Ausgelöst wurde der Skandal durch den Ehemann eines Akademiemitglieds. 18 Frauen hatten dem Mann sexuelle Belästigung vorgeworfen. Unter anderen soll er - so berichten es nun die Zeitung "Svenska Dagbladet" - Kronprinzessin Victoria an den Po gefasst haben. Das Blatt beruft sich dabei auf drei nicht näher genannte Quellen, die Zeugen gewesen sein sollen, wie die Kronprinzessin unssitlich berührt wurde. Der Vorfall soll sich während eines Treffens in der Villa der Schwedischen Akademie ereignet haben, schreibt etwa die "Welt" und beruft sich dabei auf den "Svenska Dagbladet"-Bericht.

Skandal um Belästigung und Korruption 

Neben dem Belästigunsskandal steht die Schwedische Akademie auch auch wegen möglicher Wirtschaftsverbrechen im Fokus. Eine zentrale Figur ist dabei das Komiteemitglied Katarina Frostenson. Der Dichterin werden Verstöße gegen Transparenzregeln vorgeworfen. Sie soll verschwiegen haben, Mitinhaberin einer von ihrem Mann geführten Veranstaltungsbühne zu sein, die einst Fördermittel von der Akademie erhalten hat. Ihrem Mann warfen mehrere Frauen sexuelle vor. Wegen des Umgangs mit den Vorwürfen war ein tiefer Riss durch das Gremium gegangen. Im Zuge dieser Krise trat unter anderem die Vorsitzende der Akademie, Sara Danius, zurück. 

Vor einer Woche hatten die Wirtschaftsfahnder den Erhalt von Dokumenten bestätigt, in denen die Akademie mitteilte, sich in einer Krise zu befinden. Demnach überprüft das Gremium derzeit seine Richtlinien für Interessenkonflikte und versprach mehr Transparenz.

Die Schwedische Akademie wählt seit 1901 den Träger des Literaturnobelpreises aus. Sieben Mal wurde die Auszeichnung seitdem nicht vergeben, zuletzt von 1940 bis 1943. Wegen der schweren Krise erwägt die Akademie Medienberichten zufolge, dieses Jahr keinen Literaturnobelpreis zu vergeben. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

fs / DPA